Des Vaters liebster Sohn

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Während es für die meisten Anwesenden auf der Herbsttagung der Kommission Medienpädagogik in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften wohl eine Art Klassentreffen war, eine Station auf dem Weg durch den Tagungsherbst, war es für mich die erste Tagung dieser Art seitdem ich in Duisburg bin. Und war es ein Kulturschock? Nicht wirklich! Ich musste mir nur immer wieder klar machen, wem diese Tagung nutzen sollte. Der Schule, über die in fast allen Vorträgen gesprochen wurde? Eher nicht! (Dazu auch ein Beitrag hier.) Der Wissenschaft, die in Schule hineinschaut und forscht? Sicher! (Hier weiterlesen.) Und – wenn ich das aus meiner Perspektive beurteilen kann –  diese Zielgruppe bediente die Tagung recht gut. Ich habe jedenfalls eine Menge darüber gelernt, wie andere ihre Studien anlegen und die „im Feld“ erhobenen Daten dann weiterverarbeiten. Wenn in einigen Beiträgen die Vortragenden dann selbst verwundert vor ihren Ergebnissen standen, dann hatte ich häufiger die Vermutung, dass es daran lag, das der Blick zu eng auf „Technik im Unterricht“ gerichtet   war. Da, wo der Blick weiter wurde und es um „Schulentwicklung und Medien“ ging, wurden – aus meiner Sicht – Zusammenhänge deutlich.

Verwundert hat mich dann aber doch die immer wieder „aufflammenden Grabenkämpfe“ (so nannten das einige) zwischen Medienpädagogik und Mediendidaktik, die ich nicht wirklich verstanden habe. Ich würde es auch eher eine Art Alleinvertretungsanspruch der Medienbildner für die Medienpädagogik als Ganzes und damit die Ausgrenzung der Didaktik wahrnehmen.So mancher medienaffine Lehrer wurde seinem weniger digital veranlagten Kollegen das ganze wahrscheinlich so erklären:

  • Es geht darum, den Kinder beizubringen, was digitale Medien sind und wie man die neue Technik bedient. (Informationstechnische Grundbildung)
  • Dann geht es darum, diese Technik zum Lernen nutzen kann. Wie Lehrer also mit Hilfe dieser „neuen“ Medien im Zusammenspiel mit „alten“ Medien, Lernmaterialien   oder – szenarien schaffen, die den Fachunterricht bereichern. Also das Lernen mit Medien. (Mediendidaktik)
  • Und schließlich geht es darum, etwas drüber in Erfahrung zu bringen, wie diese Medien wirken und unser Leben verändern. Was es für den einzelnen bedeutet, wenn er sich dieser Medien bedient. (Medienerziehung)

Und das alles, würde der Kollege zusammenfassen, nennt man dann Medienbildung, die von Medienpädagogen betrieben wird.

Die Diskssion, die nun geführt wurde, war – so schien es mir manchmal – der nicht unähnlich, die die drei Söhne führten, über die Frage, welcher Sohn dem Vater am liebsten sei.

Der medienaffine Lehrer im Lehrerzimmer würde wahrscheinlich der Meinung sein,

  • dass ITG am besten im Fachunterricht thematisch eingebunden wird, damit z.B. beim Erlernen, wie man gute Präsentationen erstellt, nicht inhaltsleere Medienfeuerwerke entstehen, sondern (Fach-)Inhalte medial gut aufbereitet werden.
  • dass Lernszenarien bis auf die einzelne sehr konkrete Unterrichtsstunde gestaltet sein wollen und fachspezifische Besonderheiten berücksichtigen müssen. Dem Mathematiker ist seine dynamische Mathematik, dem Geographen sein GIS zunächst näher als das große LMS. Wenn aber alles gut Zusammengefügt wird, dann kann anderes Lernen mit Medien stattfinden.
  • dass schließlich das Lernen über Medien zielgerichtet sein sollte darauf, Medien souverän zu nutzen. Und auch da böte sich wohl wieder der Fachunterricht an, damit der Geschichtslehrer vermittelt, wie man (Internet-)Quellen sachkundig auf ihre Qualität überprüft, der Geographielehrer zeigt, wie man Karten und Statistiken liest und erkennt, wie damit auch manipuliert wird und der Deutschlehrer und der Politiklehrer und und und

Fazit: Es scheint gut und richtig zu sein, dass sich die Wissenschaft auf Tagungen mit sich beschäftigt und um ihre Qualitätsstandards kümmert. Ich fand die Tage in Dortmund daher auch sehr informativ und anregend. Ich glaube aber auch, dass es wichtige ist die unterschiedlichen Richtungen  unter dem Dach der Medienpädagogik gleichberechtigt und integrativ voranzutreiben. Dies würde dann wahrscheinlich auch dem Lehrer weiterhelfen, der seinen Unterricht „modern“ gestalten will. Und Vorschläge hierzu gibt es ja auch aus der Mediendidaktik.

Man möge mir an dieser Stelle verzeihen, nur von Lehrern, Schülern, Vätern und Söhnen gesprochen zu haben – ich wollte in diesem Fall schlicht die Analogie zur literarischen Vorlage waren. 😉

Auf nach Frankfurt

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In der aktuellen Ausgabe der -meine persönliche Meinung- einzig sehenswerten Literatursendung „Druckfrisch“ mit Denis Scheck, die noch im Fernsehen ausgestrahlt wird (ich lasse mich aber auch gerne eines besseren belehren), sagt ein weiser Chinese:

Klug altern bedeutet, leidenschaftlich zu bleiben und gleichzeitig einen klaren Blik auf die Dinge zu bekommen.

Als kleine Vorbereitung auf die Buchmesse kann die Sendung auf jeden Fall dienen. Kurz zu den Beiträgen: Die Buchempfehlungen sind gut und manchmal ein wenig um die Ecke gedacht. Zwei Interviews bereiten mit einem ungewohnten Blick auf das disjährige Gastland vor.  Herr Schätzing gefällt sich aber mal wieder selbst zu gut. Und ganze 2 (oder 3???) Bücher entkommen der Tonne.

Lokalzeit: Notebooks in Bochum

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Bereits am Montagabend zeigt die Lokalzeit in Essen einen Bericht über eine neu eingerichtete Notebook-Klasse an der Erich-Kästner-Gesamtschule in Bochum. Der Einblick zeigt eine Klasse, die gerade mit der Arbeit begonnen hat. Erfreulicherweise kommen neben der Lehrerin und der Schulleitung auch die Kinder und vor allem auch die Eltern mit ihren Erwartungen zu Wort.

Anschließend habe ich das Thema mit der Modertorin der Sendung in einem kleinen Interview noch vertieft. Selbstkritisch muss man sagen: Wahrscheinlich hätte das Publikum der Sendung die „Igel“ und“Mr. und Mrs. Universium“ auf die Plätze 1 und 2 gewählt. Wetten daß…? 😉

Update: Der Beitrag (ohne Igel und Bodybuilder) gleich hier:

Duisburg Learning Lab

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Für alle Onkeln und Tanten und sonstigen Verwandten, Karnevalsvereinmitgliedern, Joggingpartnern, Nachbarn, Straßenbahnhaltestellenbekanntschaften und andere Interessierte, denen ich in den letzten Wochen erklärt habe, was ich jetzt mache und wo ich dies tue, gibt es jetzt ein Video über das Duisburg Learning Lab, in dem alles sehr anschaulich erklärt wird.

Duisburg Learning Lab der Universität Duisburg-Essen from Britta Voß on Vimeo.

Weiterlesen kann man dann hier und hier.

Alle die schon wissen, was das Duisburg Learning Lab ist, bietet der Film ein aktuelles Update und ein Wiedersehen mit alten Bekannten.

Bildungsexpedition

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Gestern war die Bildungsexpedition bei uns in Duisburg. Die Mädels und Jungs haben in 10 Tagen ein irres Pensum vor. Beachtlich, dass sie nach 4 Tagen noch aussahen, wie der junge Morgen.

Einer der schönsten Sätze für mich in dem fast dreistündigen Gespräch:

Es gibt auch ganz normale Schulen, die tolle Sachen machen!

Das ist wahrscheinlich auf das spannenden an einer solchen Expedition: Man findet Perlen, wo man sie zunächst vielleicht nicht vermutet.

Du sollst dich für dein Kind interessieren! – Ein Wutausbruch

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„Wir“ machen uns Gedanken um individuelle Förderung. „Wir“ machen uns Gedanken um besseren Unterricht. „Wir“ machen uns Gedanken um Medien gestütztes Lernen, auch um Lernschwächere zu unterstützen.

In keinem Land ist entscheidet die soziale Herkunft so sehr über den schulischen Erfolg von Kindern.

Und dann das: Ein Elternabend in der „flexibeln Schuleingangsstufe“ einer Grundschule im Kölner Osten. Der erste im neuen Schuljahr, der erste überhaupt für die Eltern der 14 Schulanfänger in der Klasse. Anwesend sind die Eltern von 5 dieser Kinder. Das ist wenig mehr als ein Drittel. Der Rest bringt nach einer Woche Schulzeit nicht genügend Interesse für die Schullaufbahn seiner Kinder auf, um die Klassenlehrerin und die anderen Eltern kennen zu lernen und sich über den Unterricht und das Lernen seiner Kinder zu informieren.

Die Bibel fordert: Du sollst Vater und Mutter ehren!

Wie wäre es mit der Ergänzung: Du sollst dich für dein Kind und seine Bildung interessieren!

Ist das zu viel verlangt?

Erstsemester

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Mein erstes Semester ist rum. Jetzt muss ich nur noch lernen, wie ich die Leistungsnachweise ausstelle. Die gesamte Anmeldung und Teilnehmerverwaltung lief online. Da war ich dann doch überrascht, das am Ende wieder ein guter, alter Schein auf Papier ausgedruckt wird. Aber das nur am Rande. Wie war denn nun das Seminar? (mehr …)

Wenn ihr es nicht kennt, ist es von uns

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Wenn ich immer wieder behaupte, in Köln zu wohnen, dann ist das aus Sicht mancher Leute ja nicht ganz richtig. Sie nennen die Gegend hier eher despektierlich Westsauerland, Kölsches Outback oder Dellbronx. Richtig ist: Die Häuser der Bergisch Gladbacher Straße tragen hier bereits Nummer weit im vierstelligen Bereich und die Straßen sind staubig. Und wenn man im Staub sucht, findet man Diamanten: Die Betterband(mehr …)