Schlagwörter
Alter Ausländer Beruf Betterband Bildung Bildungsexpedition Blogaktion bloggen Blogs boyle Briefwechsel Buchmesse Böll Computerspiele D21 Dellbrück Denkwerk Design didacta Dom Druckfrisch Duisburg E-Learning E-Mail Educational Media EMA Familien Feedback Fernsehen Goethe Kochen Kreidezeit Köln Leben litcologne literatur Podcast Schiller Schule Schülerkolleg Seminar Twitter Universität Web2.0 ZeitungLetzte Kommentare
- Alleinunterhalter bei 21. Türchen – Karpfen
- Richard bei Wo man so überall rein gerät!
- Frank Vohle bei Wo man so überall rein gerät!
- Studiosus bei Volker Rüddigkeit
- Frank Vohle bei Schlagabtausch
September 2010 M D M D F S S « Mrz 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
Twitter- richard_he: Workshop Lerninfrastruktur an Schulen - Programm steht und Abstracts zu den Beiträgen sind online: http://goo.gl/P3w2
- richard_he: RH-Micro: #Buchwunschliste: Zur falschen... http://www.richard-heinen.de/microblog/2010/08/29/buchwunschliste-zur-falschen/
- richard_he: #Buchwunschliste: Zur falschen Zeit, Alain Claude Sulzer http://goo.gl/4m9L
LesenachtMeta
Archiv der Kategorie: Schulwelt
Keep calm and carry on!
Ein wenig hat es mich dann doch beruhigt, dass ich mindestens eine zweite Berufsgruppe gefunden habe, die sich netzöffentlich Gedanken macht, ob das ipad denn nun etwas für ihren Berufsstand ist. Das es ausgerechnet die in den letzten Jahren und Monaten nicht unbedingt im Ansehen gestiegenen Banker waren, schmälert die Freude unwesentlich. Aber natürlich kam, kaum hatte Steve Jobs die Bühne im Buena Vista Center of the Arts verlassen, die Frage auf, ob das ipad in die Schule gehört und ob es das Gerät ist, auf das die Schulwelt gewartet hat, damit Medieneinsatz an der Schule nunmehr zur Selbstverständlichkeit wird. Ebenso schnell waren dann auch die Skeptiker zu Stelle, die anmerkten, dass das Tippen auf bunte Icons nichts mit Lernen und das Kaufen (wohlgemerkt kaufen noch nicht lesen) von eBooks im AppStore noch nichts mit Medienkompetenz zu tun hat.
Wahrscheinlich haben jene Recht, die mit dem ipad -mal wieder – eine Zeitenwende kommen sehen. Aber ob das ipad deshalb in jede Schultasche gehört, ist dann doch die Frage. Lange war es ja unter dem Decknamen iSlate unterwegs und dass eine Schiefertafel in die Schule gehört liegt nahe. Falsch ist es aber hier zunächst wieder auf die Ausstattung zu schauen, das iPad macht genauso wenig, vielleicht noch weniger (da möchte ich den Skeptikern beipflichten) guten Unterricht, wie irgendeine andere technische Errungenschaft das aus sich heraus tut.
Steve Jobs hat zwischen dem iPhone und dem Notebook eine Lücke entdeckt, die uns bisher gar nicht so sehr aufgefallen war, die Apple aber nun mit einem edlen Gerät schließt. Und andere Anbieter werden mit ähnlichen Geräten folgen oder haben diese (vom Käufer unbemerkt) schon längst auf den Markt gebracht. Diese neuen Schiefertafeln sind ein weiterer Schritt auf dem Weg zum „Allways-On“, zum Immer-und-Überallnetz und sicher auch zu noch mehr Audio- und Video und weniger Print zu noch mehr Medienkonvergenz. Darüber nun sollte sich Schule Gedanken machen und sich fragen, wie sie diese Lebensrealität aufgreift, abbildet und Kinder und Jugendliche darauf vorbereitet. Das geht sicher nicht nur mit der alten Kreidetafel, muss aber auch nicht unbedingt mit der neuen digitalen Schiefertafel gesehen. Manche Schule ist auf dem richtigen Weg. Sei es mit Medienecken, Selbstlernzentren, Notebook-Wagen und 1:1-Ausstattungen mit Note- und Netbooks. All diesen Schulen muss man sagen:
Keep calm and carry on!
Weitermachen auf dem Weg zur Schule für die Wissensgesellschaft. Nicht von den Skeptikern bremsen lassen und nicht von jeder neuen Entwicklung aus der Bahn werfen lassen. Die Richtung ist klar, der Weg lang, aber ans Ziel kommt man nur Schritt für Schritt.
Sehr gefreut hat mich dann auch noch die Frage auf “Kreide fressen“: Gibt’s eigentlich schon erste didaktische (sic!) Überlegungen zum iPad?
Volker Rüddigkeit
Digitale Medien in der Schule, das ist – und das wissen wir alle, die ihn gehen – ein langer steiniger Weg. Ein Weg, auf dem es wichtig ist, Mitstreiter zu haben, besonders solche, die die Ideen und Anliegen, die uns umtreiben, auch anderen nahe bringen können und dabei die Sorgen, Zweifel und Vorbehalte hören.
Volker Rüddigkeit hat es nicht nur verstanden, andere für einen medialen Unterricht zu gewinnen, er hat auch immer wieder vorausgedacht und neue Entwicklungen an Schule herangetragen. Wenn er z.B. den Begriff des Web 2.0 für die Schule entschlüsselt hat, dann nicht, um sie vor neue Herausforderungen zu stellen, sondern um Möglichkeiten, Chancen und Machbarkeiten zu zeigen. Er war unermüdlich in seinem Engagement für und seiner Geduld mit Schule. Getrieben hat in die Aufgabe, Lernen zu ermöglichen, nicht die Faszination an der Technik, der er für Schule nutzbar gemacht hat.
Den Kampf gegen eine lange Krankheit hat er verloren. Volker Rüddigkeit starb gestern.
Ich nehme Abschied von einem Weggefährten und Wegweiser.
Schlagabtausch
Die Sache ist so einfach wie banal: Die Initiative D21 setzt das Projekt „Die besten Lehrkräfte für Deutschland“ fort. Das alleine ist löblich. Denn viele kleine Tropfen bilden irgendwann einen großen Strom. Weil aber hinter der Initiative D21 viel Industrie steht, wird das Ganze mit einer öffentlichkeitswirksamen Kampagne flankiert. Auch das ist noch nicht verwerflich. D21 gibt eine Studie in Auftrag, die belegt, dass Deutschland Schlusslicht bei der Medienausstattung und -nutzung in Schulen ist. Die Studie wird exklusiv an „Die Welt“, Rene Scheppler nutzt den Projektblog um das Thema in die Lehrer-Blogosphäre bringen. Und da fährt die Kampagne vor die Wand.
Worum geht es: Die Studie zählt Computer und ihre Nutzung und verortet Deutschland ganz am Ende einer langen Liste. Das deutsche Schulsystem wird als zu starr bezeichnet, mehr Autonomie für Schulen gefordert. Bis hierher ist das ja noch OK. Dann aber bekommen die Lehrer ihr Fett weg: Die Schüler bezeichnen deren Medienkompetenz als unzureichend. Und das kann man natürlich nicht machen ohne sich den berechtigten Unmut der Lehrerschaft zuzuziehen.
Herr Rau setzt sich dann auch kritisch mit der Studie auseinander. Als Bayer mahnt er natürlich den differenzierten Blick in die Länder an und rechnet schnell vor, dass in Bayern alles besser ist. (Nagut, wussten wir eigentlich auch schon. Wenn zieht es bei den Verhältnissen dort nicht in die weiß-blaue Welt?) Es folgt der Hieb gegen die sehr gut ausgestatteten amerikanischen Schulen, die diese Ausstattung nicht nutzen und die Selbstkritik, an einer gut ausgestatteten Schule zu sein, die die Potentiale auch nicht hinreichend nutzt, gefolgt von einer gute Begründung, warum auch ihm Medieneinsatz oft zu aufwendig ist. Ein „interessantes“ Selbstverständnis wird allerdings sichtbar, wenn er sich beschwert, dass die Kinder die nötige Medienkompetenz nicht von Zuhause mitbringen. Da wären wir ja nicht weit davon weg, dass die Eltern ihren Kindern Lesen, Schreiben und Rechnen und und und beibringen und die Schule nur noch prüft und attestiert. Doch zurück zum Thema: Schließlich verweist er auf einen Beitrag von BeeHive. Dort wird der Industrie vorgehalten, sie würde mit der Studie nur ihre eignen Interessen verfolgen (Hardware und Software verkaufen – Jugendliche auf Produkte einschwören).
Damit haben wir den klassischen und hinlänglich bekannten Schlagabtausch und es stehen sich plötzlich wieder zwei als Gegner gegenüber, die eigentlich an einem Strang ziehen sollten. Die Lehrer verteufeln die Industrie, die nur Geld verdienen will. Und die Industrie schimpft auf die „schlechten“ Lehrer. Besonders ärgerlich: Die Lehrer die sich – zu recht – wehren, sind die, die sich durch ihr Handeln durchaus aus kritisch medienkompetent erweisen. Was geht da nun also schief?
Vielleicht zielen beide aufs falsche Ziel. Die Lösung findet sich – wie so oft – im Kleingedruckten. Diesmal in einem Kommentar der – wie immer – weisen Lisa Rosa auf Renés Beitrag.
Vom SchülerVZ zur Forschungsfrage
Gestern fand der Auftakt zum Schülerkolleg Pädagogik statt, das wir seit einigen Wochen vorbereitet haben. Über 60 Schülerinnen und Schüler bevölkerten einen Hörsaal, labten sich in der Mensa wuselten durch das LC-Gebäude und diskutierten im Learning Lab. Ein paar O-Töne der Jugendlichen und der begleitenden Lehrer haben wir hier eingefangen und Judith, die die meiste Arbeit in der Vorbereitung geleistet hat, hat ihre Erfahrung schon hier aufgeschrieben.
Die Selbstverständlichkeit der Jugendlichen im Umgang mit SchülerVZ, mit dem Internet zur Unterhaltung, Kommunikation und auch zum Lernen hat mich wenig überrascht. Begeistert war ich aber von der Ernsthaftigkeit mit der sie bei der Sache waren und der klare und kritische Blick auf Möglichkeiten und Grenzen des Internets. Schwer getan haben sich die 7. und 8.-Klässler, die ich betreut habe, zunächst, sich in Arbeitsgruppen mit Schülern anderer Schulen zusammen zu tun. Am Ende des Tages haben sie sich dann aber gewünscht, dass dies auch an den kommenden Kollegtagen möglich sein soll. Nicht nur weil es ihnen Spaß gemacht hat, sondern auch weil im Austausch mit anderen, die Diskussionen ergiebiger waren. Und das haben die Schüler so gesehen und selbst geäußert.
Herzlich willkommen in der vernetzten Forscher-Community.
Veröffentlicht unter Netzwelt, Schulwelt, Vor Ort
Verschlagwortet mit Schülerkolleg
Hinterlasse einen Kommentar
Kartenständer
Gespräch mit meiner Tochter (5.Klasse):
“Und Papa, dann kommt der Herr X (Lehrer) immer in die Klasse und hängt erstmal sein Jackett an den Kartenständer.”
Kartenständer. Sofort habe ich das Bild von großen Landkarten mit Flecken und Löchern wieder vor mir, die unentzifferbar in weiter Ferne, vorne neben dem Lehrer hingen, auch der modrige Geruch des Kartenraumes ist wieder da – ein Raum voller Wissen auf Rollen und irgendwie unheimlich.
“Was macht ihr denn sonst mit dem Kartenständer?”
“Nix! Herr X hängt halt immer sein Jackett dran.”
“Und woher weißt du dann, dass das ein Kartenständer und keine Garderobe ist?”
“Weil wir in der Grundschule auch schon einen Kartenständer hatten!”
“Echt? Und was habt ihr damit gemacht?”
“Da haben wir immer den Bühnenhintergrund beim Theaterspielen dran aufgehängt.”
“Aha!”
“Du Papa, warum heißt der dann eigentlich Kartenständer?”
…
Veröffentlicht unter Schulwelt
2 Kommentare
Nette Aktion und falsche Frage
In mehreren Blogs (z.B. hier, hier, hier und hier) sind mit die Antworten auf die auf die Blogaktion “Mehr Bildung in Blogs” aufgefallen und ich habe die zum Teil umfangreichen Antworten mit Interesse gelesen. Jetzt gegen Ende der Aktion fasse ich mich kurz und antworte im “Twitter-Style”, vielleicht erzeugt das ja auch Bilder in den Köpfen der Leser.
Was mich aber ehrlich gewundert hat: Die letzte Frage wurde nur einmal (Ich habe aber auch nicht alle Beiträge gelesen.) in Frage gestellt.
1.Woran erinnerst Du Dich, wenn Du an Deine Schulzeit zurückdenkst?
An die Pausen mit Freunden (Peers), meinen Chemielehrer in der Mittelstufe (Persönlichkeiten), die Theater-AG (Emotionen). (122)
2.Welche Medien hast Du im Unterricht kennengelernt und auch selbst genutzt?
Vor allem Papier: Bedrucktes und zum Beschreiben. VHS-Videos, Kassettenrecorder, das Sprachlabor, den OHP. Computer (Triumph und Olivetti). (139)
3.Welche Möglichkeiten siehst Du, die Lehrerausbildung zu verbessern?
Da ist (wenn es gut umgesetzt wird) Vieles auf dem richtigen Weg: Uni und Schule zusammenbringen. Früher Praxis, dauerhaft Fortbildung. (135)
4.Was hältst Du davon, Blogs, Wikis, Podcasts etc. im Unterricht einzusetzen?
Gehören in den Werkzeugkasten des Lehrers, genauso wie: Plakate, Experimente, Exkursionen, Partnerarbeit, Lehrervortrag. Etc. eben!
(135)
5.Können Online-Angebote die herkömmliche Nachhilfe sinnvoll ergänzen oder sogar ersetzen?
Falsche Frage! Eher so: Kann Unterricht durch Online-Angebote so verbessert werden, dass massenhafte Nachhilfe nicht zum Normalfall wird? (138)
Denkwerk
Unser noch junges Team vom “Schülerkolleg Pädagogik” macht sich am vergangenen Freitag auf den Weg nach Stuttgart. Dort fand das 4- Denkwerksymposium statt, auf dem sich die verschiedenen Projekte des Denkwerks präsentierten. Wir stellten im Rahmen einer Posterausstellung unsere Idee und Konzept vor. Schüler, die an Projekten teilnahmen, die bereits fortgeschrittener sind, stellten in Vorträgen ihre Ergebnisse vor. Und das war schon beeindruckend! Die Schüler haben ein enormes Fachwissen erworben, haben Einblicke in das Uni-Leben bekommen und waren in der Lage, ihr Wissen souverän vor einem großen Auditorium zu präsentieren.
Noch spannender aber waren die zahlreichen Gespräche mit den Schülern am Rande. Hier wurde schnell deutlich, dass sie ein großes Interesse an der Zusammenarbeit hatten, bereit waren, sich engagiert in die Arbeit einzubringen, aber auch klare Forderungen nach Unterstützung stellten – sowohl an die Materialien, die Studenten, die in einigen Projekten als Bindeglied aktiv sind, aber auch an die Wissenschaftler und Professoren.
Ein Schüler brachte es auf den Punkt: Das Programm soll ja den Sprung von der Schule an die Uni erleichtern. Wenn das aber ein Sprung ins kalte Wasser ist, dann hilft das wenig, wenn er einfach ein paar Jahre früher passiert. Es wäre schon nett, wenn Sie uns auf dem Weg in die Uni ein wenig begleiten würden.
Wir werden es beherzigen!
Veröffentlicht unter Schulwelt, Vor Ort
Verschlagwortet mit Denkwerk, Schülerkolleg
Hinterlasse einen Kommentar
Zugbegleiter
Bereits seit einiger Zeit hat der Wissenschaftszug 2009, den Frau Schavan auf die Reise durch die Republik geschickt hat einen Materialordner für Lehrerinnen und Lehrer mit an Board. Der Ordner wird auch auf anderen Veranstaltungen des Wissenschaftsjahres verteilt. Ich erwähne das hier, weil ich die Anfänge dieses Ordners noch miterlebt und gestaltet habe. Es war damals (im Mai !!! ) gar nicht so einfach die sehr in die Zukunft gerichteten spannenden Themen mit den Anforderungen des heutigen Unterrichts in Einklang zu bringen. Aber es ist gelungen und nun liegt das Produkt vor: ein dicker Ordner voll Unterrichtsanregungen sortiert in acht Kapitel. Und ein schönes Beispiel, wie man auf der Erde für den Himmel trommeln kann. Also mit Papier für’s Netz werben.
Lebenswelt
Die Welt verstehen
Neue Technologien
Neues Lernen
Erwähnen muss ich noch, dass die Arbeit mit dem Projektteam des Wissenschaftsjahres viel Freude bereitet hat. Die Arbeit war von sehr klarer Kommunikation, gemeinsamen Visionen und realistischen Zielen geprägt.
So langsam sind nun alle “Produkte”, die ich an alter Stelle noch mit auf den Weg gebracht habe da. Zwei fehlen noch…
Wer einen Ordner haben will: Bis zum 18.11. läuft eine Verlosung.
Veröffentlicht unter Netzwelt, Schulwelt
Verschlagwortet mit Wissenschaftszug
Hinterlasse einen Kommentar
Des Vaters liebster Sohn
Während es für die meisten Anwesenden auf der Herbsttagung der Kommission Medienpädagogik in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften wohl eine Art Klassentreffen war, eine Station auf dem Weg durch den Tagungsherbst, war es für mich die erste Tagung dieser Art seitdem ich in Duisburg bin. Und war es ein Kulturschock? Nicht wirklich! Ich musste mir nur immer wieder klar machen, wem diese Tagung nutzen sollte. Der Schule, über die in fast allen Vorträgen gesprochen wurde? Eher nicht! (Dazu auch ein Beitrag hier.) Der Wissenschaft, die in Schule hineinschaut und forscht? Sicher! (Hier weiterlesen.) Und – wenn ich das aus meiner Perspektive beurteilen kann - diese Zielgruppe bediente die Tagung recht gut. Ich habe jedenfalls eine Menge darüber gelernt, wie andere ihre Studien anlegen und die “im Feld” erhobenen Daten dann weiterverarbeiten. Wenn in einigen Beiträgen die Vortragenden dann selbst verwundert vor ihren Ergebnissen standen, dann hatte ich häufiger die Vermutung, dass es daran lag, das der Blick zu eng auf “Technik im Unterricht” gerichtet war. Da, wo der Blick weiter wurde und es um “Schulentwicklung und Medien” ging, wurden – aus meiner Sicht – Zusammenhänge deutlich.
Verwundert hat mich dann aber doch die immer wieder “aufflammenden Grabenkämpfe” (so nannten das einige) zwischen Medienpädagogik und Mediendidaktik, die ich nicht wirklich verstanden habe. Ich würde es auch eher eine Art Alleinvertretungsanspruch der Medienbildner für die Medienpädagogik als Ganzes und damit die Ausgrenzung der Didaktik wahrnehmen.So mancher medienaffine Lehrer wurde seinem weniger digital veranlagten Kollegen das ganze wahrscheinlich so erklären:
- Es geht darum, den Kinder beizubringen, was digitale Medien sind und wie man die neue Technik bedient. (Informationstechnische Grundbildung)
- Dann geht es darum, diese Technik zum Lernen nutzen kann. Wie Lehrer also mit Hilfe dieser “neuen” Medien im Zusammenspiel mit “alten” Medien, Lernmaterialien oder – szenarien schaffen, die den Fachunterricht bereichern. Also das Lernen mit Medien. (Mediendidaktik)
- Und schließlich geht es darum, etwas drüber in Erfahrung zu bringen, wie diese Medien wirken und unser Leben verändern. Was es für den einzelnen bedeutet, wenn er sich dieser Medien bedient. (Medienerziehung)
Und das alles, würde der Kollege zusammenfassen, nennt man dann Medienbildung, die von Medienpädagogen betrieben wird.
Die Diskssion, die nun geführt wurde, war – so schien es mir manchmal – der nicht unähnlich, die die drei Söhne führten, über die Frage, welcher Sohn dem Vater am liebsten sei.
Der medienaffine Lehrer im Lehrerzimmer würde wahrscheinlich der Meinung sein,
- dass ITG am besten im Fachunterricht thematisch eingebunden wird, damit z.B. beim Erlernen, wie man gute Präsentationen erstellt, nicht inhaltsleere Medienfeuerwerke entstehen, sondern (Fach-)Inhalte medial gut aufbereitet werden.
- dass Lernszenarien bis auf die einzelne sehr konkrete Unterrichtsstunde gestaltet sein wollen und fachspezifische Besonderheiten berücksichtigen müssen. Dem Mathematiker ist seine dynamische Mathematik, dem Geographen sein GIS zunächst näher als das große LMS. Wenn aber alles gut Zusammengefügt wird, dann kann anderes Lernen mit Medien stattfinden.
- dass schließlich das Lernen über Medien zielgerichtet sein sollte darauf, Medien souverän zu nutzen. Und auch da böte sich wohl wieder der Fachunterricht an, damit der Geschichtslehrer vermittelt, wie man (Internet-)Quellen sachkundig auf ihre Qualität überprüft, der Geographielehrer zeigt, wie man Karten und Statistiken liest und erkennt, wie damit auch manipuliert wird und der Deutschlehrer und der Politiklehrer und und und
Fazit: Es scheint gut und richtig zu sein, dass sich die Wissenschaft auf Tagungen mit sich beschäftigt und um ihre Qualitätsstandards kümmert. Ich fand die Tage in Dortmund daher auch sehr informativ und anregend. Ich glaube aber auch, dass es wichtige ist die unterschiedlichen Richtungen unter dem Dach der Medienpädagogik gleichberechtigt und integrativ voranzutreiben. Dies würde dann wahrscheinlich auch dem Lehrer weiterhelfen, der seinen Unterricht “modern” gestalten will. Und Vorschläge hierzu gibt es ja auch aus der Mediendidaktik.
Man möge mir an dieser Stelle verzeihen, nur von Lehrern, Schülern, Vätern und Söhnen gesprochen zu haben – ich wollte in diesem Fall schlicht die Analogie zur literarischen Vorlage waren.
Veröffentlicht unter Netzwelt, Schulwelt, Vor Ort
1 Kommentar