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Archiv der Kategorie: Netzwelt
Wo man so überall rein gerät!
So, der Nubbel ist verbrannt, wenden wir uns wieder den wesentlichen Dingen des Lebens zu!
Nun gehöre ich also auch zu den Beforschten. Rolf Schulmeister hat mich ausgehend von Gabi Reinmanns Blogroll als Edublogger identifiziert, in ein paar Grafiken eingebaut und dann als irrelevant (zu wenige Beiträge, zu wenige Kommentare) wieder aussortiert. So kann es gehen.
Wie reagiert man denn nun darauf? Fühle ich mich geehrt, weil beforscht? Bin ich beleidigt, weil aussortiert? Einsam, weil natürlich auch nicht zum Kreise der Nicht-Beforschten gehörig?
Ich habe mich erstmal gefragt, ob ich den zum Untersuchungszeitraum überhaupt Edu-Blogger war. Da sich fünf der zehn Artikel im Untersuchungszeitraum mit „Edu-Themen“ beschäftigen, ist die Zuordnung wohl berechtigt. Auffällig aber, dass vier dieser fünf Artikel bereits im April erscheinen, einer dann im Juli. Dazwischen nicht nur zu Edu-Themen überwiegend Schweigen. Wie das? Ich habe meinen Blog auch als Teil meiner beruflichen Aufgaben bei meinem damaligen Arbeitgeber gesehen, über meine Projekte auf unterschiedlichen Kanälen zu berichten. Das ich dies nicht in einem „Projektblog“ sondern einem „privaten“ Blog tat, war eine bewusste Entscheidung, die so auch Konsens war. Personelle Veränderungen führten dazu das dieser Konsens nicht mehr vorhanden war und „dienstliches“ bloggen im „privaten“ Blog nicht mehr gewünscht war. Verklausuliert habe ich das auch ein paarmal in Blogbeiträgen thematisiert. Da die Sache aber eskalierte und ich dann doch eher auf Burgfrieden aus war, habe ich dann eben weniger bis gar nicht mehr gebloggt. Beruflichen Rahmenbedingungen ist es also geschuldet, dass ich von Rolf Schulmeister „aussortiert“ wurde. Also, kein Grund beleidigt zu sein und da alle am damaligen „Redeverbot“ beteiligten heute beruflich andere Wege gehen, gibt es auch hier keinen Grund für nachtragenden Groll. Andersherum war aber der Aufsatz Anstoß, noch einmal über die damalige Situation nachzudenken und auch darüber zu schreiben, denn sie ist auch ein Teil der Geschichte der Kommentarkultur.
Aber zurück zum Beforscht-werden. Über den Artikel selbst ist schon viel geschrieben worden. Von den Beforschten und den Beleidigten. Was mir in der ganzen — tja ist das nun eine Diskussion — in den ganzen Kommentaren auffällt: Die Blogosphere verteidigt sich. Sie tut dies sachlich argumentieren, aber auch unsachlich und polemisch. Beides erscheint mir gerechtfertigt, denn auch der Stein des Anstoßes ist meist sachlich, aber eben auch manchmal polemisch. Das polemische betrübt mich ein wenig, denn es dient auf beiden Seiten nicht der Sache. Würde ich als außenstehender Journalist über die Diskussion der letzten Tage schreiben müssen, die Überschrift
Neue Flügelkämpfe zwischen Realos und Fundis der deutschen Bildungswissenschaften
würde sich geradezu aufdrängen. Aber auch die „Verteidigungslinie“ mutet bizarr an. Ich versuche das mal Ganz einfach:
- Es wird behauptet, Blogs seien toll, weil jeder einfach veröffentlichen können und Veröffentlichungen einfach (!) kommentieren können.
- Eine Untersuchung zeigt, dass es mit der Kommentarkultur nicht weit her ist.
- Und plötzlich geht es nicht mehr darum, dass Kommentieren einfach (!) ist, sondern dass das Ganze eine hoch komplexe Angelegenheit ist, die sich nicht nur über verschiedenste Online-Dienste erstreckt, sondern auch noch im realen Leben ihre Fortführung findet.
- Und auch diese Erklärung zerfasert über eben diese zahlreichen Online-Dienste. Tenor aber bleibt: Das Ganze ist toll und bringt uns nach vorne.
Einerseits stimme ich der Gegenargumentation ja in vielen Punkten zu und kann sie aus eigenem Erleben (!) bestätigen. Aber vermisst habe ich ihn schon, den kleinen Moment des Innehaltens bevor der Sturm losbrach. Denn das scheint mir dieser Tanz im Web während der tollen Tage doch – leider – auch zu zeigen: Anschlussfähig ist das für viele im Bildungsbereich, die wir doch von den Ideen und Möglichkeiten des Web 2.0 begeistern wollen nicht mehr. Oder?
Und wer ist jetzt Schuld?
Der Nubbel!
Daher wurde er auch soeben den Flammen übergeben.
PS: Ich verzichte hier einmal bewusst auf Links. Die würden an dieser Stelle nur verwirren, könnten lange nicht mehr vollständig sein. Aber wir sind ja in kleinen Kreisen unterwegs und wissen wovon wir sprechen.
Keep calm and carry on!
Ein wenig hat es mich dann doch beruhigt, dass ich mindestens eine zweite Berufsgruppe gefunden habe, die sich netzöffentlich Gedanken macht, ob das ipad denn nun etwas für ihren Berufsstand ist. Das es ausgerechnet die in den letzten Jahren und Monaten nicht unbedingt im Ansehen gestiegenen Banker waren, schmälert die Freude unwesentlich. Aber natürlich kam, kaum hatte Steve Jobs die Bühne im Buena Vista Center of the Arts verlassen, die Frage auf, ob das ipad in die Schule gehört und ob es das Gerät ist, auf das die Schulwelt gewartet hat, damit Medieneinsatz an der Schule nunmehr zur Selbstverständlichkeit wird. Ebenso schnell waren dann auch die Skeptiker zu Stelle, die anmerkten, dass das Tippen auf bunte Icons nichts mit Lernen und das Kaufen (wohlgemerkt kaufen noch nicht lesen) von eBooks im AppStore noch nichts mit Medienkompetenz zu tun hat.
Wahrscheinlich haben jene Recht, die mit dem ipad -mal wieder – eine Zeitenwende kommen sehen. Aber ob das ipad deshalb in jede Schultasche gehört, ist dann doch die Frage. Lange war es ja unter dem Decknamen iSlate unterwegs und dass eine Schiefertafel in die Schule gehört liegt nahe. Falsch ist es aber hier zunächst wieder auf die Ausstattung zu schauen, das iPad macht genauso wenig, vielleicht noch weniger (da möchte ich den Skeptikern beipflichten) guten Unterricht, wie irgendeine andere technische Errungenschaft das aus sich heraus tut.
Steve Jobs hat zwischen dem iPhone und dem Notebook eine Lücke entdeckt, die uns bisher gar nicht so sehr aufgefallen war, die Apple aber nun mit einem edlen Gerät schließt. Und andere Anbieter werden mit ähnlichen Geräten folgen oder haben diese (vom Käufer unbemerkt) schon längst auf den Markt gebracht. Diese neuen Schiefertafeln sind ein weiterer Schritt auf dem Weg zum „Allways-On“, zum Immer-und-Überallnetz und sicher auch zu noch mehr Audio- und Video und weniger Print zu noch mehr Medienkonvergenz. Darüber nun sollte sich Schule Gedanken machen und sich fragen, wie sie diese Lebensrealität aufgreift, abbildet und Kinder und Jugendliche darauf vorbereitet. Das geht sicher nicht nur mit der alten Kreidetafel, muss aber auch nicht unbedingt mit der neuen digitalen Schiefertafel gesehen. Manche Schule ist auf dem richtigen Weg. Sei es mit Medienecken, Selbstlernzentren, Notebook-Wagen und 1:1-Ausstattungen mit Note- und Netbooks. All diesen Schulen muss man sagen:
Keep calm and carry on!
Weitermachen auf dem Weg zur Schule für die Wissensgesellschaft. Nicht von den Skeptikern bremsen lassen und nicht von jeder neuen Entwicklung aus der Bahn werfen lassen. Die Richtung ist klar, der Weg lang, aber ans Ziel kommt man nur Schritt für Schritt.
Sehr gefreut hat mich dann auch noch die Frage auf “Kreide fressen“: Gibt’s eigentlich schon erste didaktische (sic!) Überlegungen zum iPad?
Volker Rüddigkeit
Digitale Medien in der Schule, das ist – und das wissen wir alle, die ihn gehen – ein langer steiniger Weg. Ein Weg, auf dem es wichtig ist, Mitstreiter zu haben, besonders solche, die die Ideen und Anliegen, die uns umtreiben, auch anderen nahe bringen können und dabei die Sorgen, Zweifel und Vorbehalte hören.
Volker Rüddigkeit hat es nicht nur verstanden, andere für einen medialen Unterricht zu gewinnen, er hat auch immer wieder vorausgedacht und neue Entwicklungen an Schule herangetragen. Wenn er z.B. den Begriff des Web 2.0 für die Schule entschlüsselt hat, dann nicht, um sie vor neue Herausforderungen zu stellen, sondern um Möglichkeiten, Chancen und Machbarkeiten zu zeigen. Er war unermüdlich in seinem Engagement für und seiner Geduld mit Schule. Getrieben hat in die Aufgabe, Lernen zu ermöglichen, nicht die Faszination an der Technik, der er für Schule nutzbar gemacht hat.
Den Kampf gegen eine lange Krankheit hat er verloren. Volker Rüddigkeit starb gestern.
Ich nehme Abschied von einem Weggefährten und Wegweiser.
Vom SchülerVZ zur Forschungsfrage
Gestern fand der Auftakt zum Schülerkolleg Pädagogik statt, das wir seit einigen Wochen vorbereitet haben. Über 60 Schülerinnen und Schüler bevölkerten einen Hörsaal, labten sich in der Mensa wuselten durch das LC-Gebäude und diskutierten im Learning Lab. Ein paar O-Töne der Jugendlichen und der begleitenden Lehrer haben wir hier eingefangen und Judith, die die meiste Arbeit in der Vorbereitung geleistet hat, hat ihre Erfahrung schon hier aufgeschrieben.
Die Selbstverständlichkeit der Jugendlichen im Umgang mit SchülerVZ, mit dem Internet zur Unterhaltung, Kommunikation und auch zum Lernen hat mich wenig überrascht. Begeistert war ich aber von der Ernsthaftigkeit mit der sie bei der Sache waren und der klare und kritische Blick auf Möglichkeiten und Grenzen des Internets. Schwer getan haben sich die 7. und 8.-Klässler, die ich betreut habe, zunächst, sich in Arbeitsgruppen mit Schülern anderer Schulen zusammen zu tun. Am Ende des Tages haben sie sich dann aber gewünscht, dass dies auch an den kommenden Kollegtagen möglich sein soll. Nicht nur weil es ihnen Spaß gemacht hat, sondern auch weil im Austausch mit anderen, die Diskussionen ergiebiger waren. Und das haben die Schüler so gesehen und selbst geäußert.
Herzlich willkommen in der vernetzten Forscher-Community.
Veröffentlicht unter Netzwelt, Schulwelt, Vor Ort
Verschlagwortet mit Schülerkolleg
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Nette Aktion und falsche Frage
In mehreren Blogs (z.B. hier, hier, hier und hier) sind mit die Antworten auf die auf die Blogaktion “Mehr Bildung in Blogs” aufgefallen und ich habe die zum Teil umfangreichen Antworten mit Interesse gelesen. Jetzt gegen Ende der Aktion fasse ich mich kurz und antworte im “Twitter-Style”, vielleicht erzeugt das ja auch Bilder in den Köpfen der Leser.
Was mich aber ehrlich gewundert hat: Die letzte Frage wurde nur einmal (Ich habe aber auch nicht alle Beiträge gelesen.) in Frage gestellt.
1.Woran erinnerst Du Dich, wenn Du an Deine Schulzeit zurückdenkst?
An die Pausen mit Freunden (Peers), meinen Chemielehrer in der Mittelstufe (Persönlichkeiten), die Theater-AG (Emotionen). (122)
2.Welche Medien hast Du im Unterricht kennengelernt und auch selbst genutzt?
Vor allem Papier: Bedrucktes und zum Beschreiben. VHS-Videos, Kassettenrecorder, das Sprachlabor, den OHP. Computer (Triumph und Olivetti). (139)
3.Welche Möglichkeiten siehst Du, die Lehrerausbildung zu verbessern?
Da ist (wenn es gut umgesetzt wird) Vieles auf dem richtigen Weg: Uni und Schule zusammenbringen. Früher Praxis, dauerhaft Fortbildung. (135)
4.Was hältst Du davon, Blogs, Wikis, Podcasts etc. im Unterricht einzusetzen?
Gehören in den Werkzeugkasten des Lehrers, genauso wie: Plakate, Experimente, Exkursionen, Partnerarbeit, Lehrervortrag. Etc. eben!
(135)
5.Können Online-Angebote die herkömmliche Nachhilfe sinnvoll ergänzen oder sogar ersetzen?
Falsche Frage! Eher so: Kann Unterricht durch Online-Angebote so verbessert werden, dass massenhafte Nachhilfe nicht zum Normalfall wird? (138)
Zugbegleiter
Bereits seit einiger Zeit hat der Wissenschaftszug 2009, den Frau Schavan auf die Reise durch die Republik geschickt hat einen Materialordner für Lehrerinnen und Lehrer mit an Board. Der Ordner wird auch auf anderen Veranstaltungen des Wissenschaftsjahres verteilt. Ich erwähne das hier, weil ich die Anfänge dieses Ordners noch miterlebt und gestaltet habe. Es war damals (im Mai !!! ) gar nicht so einfach die sehr in die Zukunft gerichteten spannenden Themen mit den Anforderungen des heutigen Unterrichts in Einklang zu bringen. Aber es ist gelungen und nun liegt das Produkt vor: ein dicker Ordner voll Unterrichtsanregungen sortiert in acht Kapitel. Und ein schönes Beispiel, wie man auf der Erde für den Himmel trommeln kann. Also mit Papier für’s Netz werben.
Lebenswelt
Die Welt verstehen
Neue Technologien
Neues Lernen
Erwähnen muss ich noch, dass die Arbeit mit dem Projektteam des Wissenschaftsjahres viel Freude bereitet hat. Die Arbeit war von sehr klarer Kommunikation, gemeinsamen Visionen und realistischen Zielen geprägt.
So langsam sind nun alle “Produkte”, die ich an alter Stelle noch mit auf den Weg gebracht habe da. Zwei fehlen noch…
Wer einen Ordner haben will: Bis zum 18.11. läuft eine Verlosung.
Veröffentlicht unter Netzwelt, Schulwelt
Verschlagwortet mit Wissenschaftszug
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Des Vaters liebster Sohn
Während es für die meisten Anwesenden auf der Herbsttagung der Kommission Medienpädagogik in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften wohl eine Art Klassentreffen war, eine Station auf dem Weg durch den Tagungsherbst, war es für mich die erste Tagung dieser Art seitdem ich in Duisburg bin. Und war es ein Kulturschock? Nicht wirklich! Ich musste mir nur immer wieder klar machen, wem diese Tagung nutzen sollte. Der Schule, über die in fast allen Vorträgen gesprochen wurde? Eher nicht! (Dazu auch ein Beitrag hier.) Der Wissenschaft, die in Schule hineinschaut und forscht? Sicher! (Hier weiterlesen.) Und – wenn ich das aus meiner Perspektive beurteilen kann - diese Zielgruppe bediente die Tagung recht gut. Ich habe jedenfalls eine Menge darüber gelernt, wie andere ihre Studien anlegen und die “im Feld” erhobenen Daten dann weiterverarbeiten. Wenn in einigen Beiträgen die Vortragenden dann selbst verwundert vor ihren Ergebnissen standen, dann hatte ich häufiger die Vermutung, dass es daran lag, das der Blick zu eng auf “Technik im Unterricht” gerichtet war. Da, wo der Blick weiter wurde und es um “Schulentwicklung und Medien” ging, wurden – aus meiner Sicht – Zusammenhänge deutlich.
Verwundert hat mich dann aber doch die immer wieder “aufflammenden Grabenkämpfe” (so nannten das einige) zwischen Medienpädagogik und Mediendidaktik, die ich nicht wirklich verstanden habe. Ich würde es auch eher eine Art Alleinvertretungsanspruch der Medienbildner für die Medienpädagogik als Ganzes und damit die Ausgrenzung der Didaktik wahrnehmen.So mancher medienaffine Lehrer wurde seinem weniger digital veranlagten Kollegen das ganze wahrscheinlich so erklären:
- Es geht darum, den Kinder beizubringen, was digitale Medien sind und wie man die neue Technik bedient. (Informationstechnische Grundbildung)
- Dann geht es darum, diese Technik zum Lernen nutzen kann. Wie Lehrer also mit Hilfe dieser “neuen” Medien im Zusammenspiel mit “alten” Medien, Lernmaterialien oder – szenarien schaffen, die den Fachunterricht bereichern. Also das Lernen mit Medien. (Mediendidaktik)
- Und schließlich geht es darum, etwas drüber in Erfahrung zu bringen, wie diese Medien wirken und unser Leben verändern. Was es für den einzelnen bedeutet, wenn er sich dieser Medien bedient. (Medienerziehung)
Und das alles, würde der Kollege zusammenfassen, nennt man dann Medienbildung, die von Medienpädagogen betrieben wird.
Die Diskssion, die nun geführt wurde, war – so schien es mir manchmal – der nicht unähnlich, die die drei Söhne führten, über die Frage, welcher Sohn dem Vater am liebsten sei.
Der medienaffine Lehrer im Lehrerzimmer würde wahrscheinlich der Meinung sein,
- dass ITG am besten im Fachunterricht thematisch eingebunden wird, damit z.B. beim Erlernen, wie man gute Präsentationen erstellt, nicht inhaltsleere Medienfeuerwerke entstehen, sondern (Fach-)Inhalte medial gut aufbereitet werden.
- dass Lernszenarien bis auf die einzelne sehr konkrete Unterrichtsstunde gestaltet sein wollen und fachspezifische Besonderheiten berücksichtigen müssen. Dem Mathematiker ist seine dynamische Mathematik, dem Geographen sein GIS zunächst näher als das große LMS. Wenn aber alles gut Zusammengefügt wird, dann kann anderes Lernen mit Medien stattfinden.
- dass schließlich das Lernen über Medien zielgerichtet sein sollte darauf, Medien souverän zu nutzen. Und auch da böte sich wohl wieder der Fachunterricht an, damit der Geschichtslehrer vermittelt, wie man (Internet-)Quellen sachkundig auf ihre Qualität überprüft, der Geographielehrer zeigt, wie man Karten und Statistiken liest und erkennt, wie damit auch manipuliert wird und der Deutschlehrer und der Politiklehrer und und und
Fazit: Es scheint gut und richtig zu sein, dass sich die Wissenschaft auf Tagungen mit sich beschäftigt und um ihre Qualitätsstandards kümmert. Ich fand die Tage in Dortmund daher auch sehr informativ und anregend. Ich glaube aber auch, dass es wichtige ist die unterschiedlichen Richtungen unter dem Dach der Medienpädagogik gleichberechtigt und integrativ voranzutreiben. Dies würde dann wahrscheinlich auch dem Lehrer weiterhelfen, der seinen Unterricht “modern” gestalten will. Und Vorschläge hierzu gibt es ja auch aus der Mediendidaktik.
Man möge mir an dieser Stelle verzeihen, nur von Lehrern, Schülern, Vätern und Söhnen gesprochen zu haben – ich wollte in diesem Fall schlicht die Analogie zur literarischen Vorlage waren.
Veröffentlicht unter Netzwelt, Schulwelt, Vor Ort
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Kein Inhalt
Seitdem ich vom Auto auf den ÖPNV umgestiegen bin, ist mein Radio 103,1, das mich viele Kilometer auf der A59 begleitet hat, stumm. In der Bahn höre ich lieber Musik, die mir einen heimeligen geschützten Raum schafft und den morgendlichen Lärm draußen hält. Und ich kann nun auf dem Weg zur Arbeit das tun, was ich während der Autofahrten werden konnte noch durfte: Lesen.
Neben Büchern, Zeitschriften und kopierten Artikeln gehören dazu seit ein paar Wochen auch meine täglichen RSS-Feeds. Mein MP3-Player ist in der LAge, diese morgens im heimischen WLAN für mich einzusammeln und ich kann sie dann sehr bequem in der Bahn lesen. Hilfreich dabei sind zwei kleine Applikationen “Byline” und “Read It Later“. Das klappt auch ganz gut, nur gibt es wenige Seiten die sich nicht oder nicht immer synchronisieren lassen. Ich weiß nicht warum und bisher war auch noch keine Seite dabei, die ich nicht auch am Rechner hätte lesen können oder deren Lektüre ich nicht wirklich vermisst hätte.
Heute hatte ich dann wieder eine Problemfall. Allerdings war da nicht ganz klar ersichtlich, ob es sich um ein technisches Problem oder die ironische Interpretation der Überschrift durch die Technik handelte (Screenshot anklicken).
Lokalzeit: Notebooks in Bochum
Bereits am Montagabend zeigt die Lokalzeit in Essen einen Bericht über eine neu eingerichtete Notebook-Klasse an der Erich-Kästner-Gesamtschule in Bochum. Der Einblick zeigt eine Klasse, die gerade mit der Arbeit begonnen hat. Erfreulicherweise kommen neben der Lehrerin und der Schulleitung auch die Kinder und vor allem auch die Eltern mit ihren Erwartungen zu Wort.
Anschließend habe ich das Thema mit der Modertorin der Sendung in einem kleinen Interview noch vertieft. Selbstkritisch muss man sagen: Wahrscheinlich hätte das Publikum der Sendung die “Igel” und”Mr. und Mrs. Universium” auf die Plätze 1 und 2 gewählt. Wetten daß…?
Update: Der Beitrag (ohne Igel und Bodybuilder) gleich hier:
Is Google Evil?
Nach dem nur wenig subtilen Werbblog-block der letzten Woche ist nun an der Zeit, die kleine Google-Serie zu beenden. Auch wenn der erste Teil nur wenig Scrollradbewegungen weiter unten steht, gibt die mir Werbepause aber die Gelegenkeit für einen kleinen “Was-bisher-geschah”-Einspieler.
Also:
Ausgangspunk war die Frage: Warum googles Angebote auf dem deutschen Bildungsmarkt keinen Anklan finden. Ich habe die Vermutung geäußert, dass es die Angst davor ist, dass googel vielleicht unachtsam mit den Daten seiner User umgehe, ohne das diese darauf Einfluß hätten. Meiner Meinung nach aber basiert das Geschäftsmodell eben auf einem achtsamen Umgang mit Daten, gleichwohl aber auf deren Auswertung zu Werbzwecken. Der wesentliche Unterschied: Im ersten Fall wäre der User dem Treiben des Datensammlers hilflos ausgeliefert, im zweiten Fall könnte er eventuell davon provitieren.
Wie auch immer. Das Ganze leitete etwas weg von der Frage der google’schen Bildungsangebote. Denn die sind komplett werbefrei. Und Sie sind gut. Was mich besonders beeindruckt: Viele der Werbzeuge sehen aus, als wäre der Designer auf halbem Wege durch einen Praktikanten ersetzt worden. Wo andere einen Riesenaufwand treiben bunte und hilfreich Buttons und vermeintlich userfreundliche Navigationen aufzubauen, herrscht bei google Schlichtheit. Und die lässt sich erstaunlich intuituv bedienen, flexibel nutzen und leicht administrieren.
Doch warum dann die Zurückhaltung. Meine Vermutung (neben der Angst vor der Datengier): Die Angst vor dem Unbekannten. Und da geht es denn gar nicht so sehr um google. Da ist google, wie Mircosoft nur Stellvertreter. Es geht, so vermute ich darum, dass mir als Lehrer die Sicherheit genommen wird, dass Geschehen zu überblicken, zu wissen, was passiert. Bin ich auf der schuleigenen Plattform unterwegs, kann ich mich wenigstens dem (Irr-)Glauben hingeben, alles im Blick zu haben. Schöner als ich dies Angst vor dem Unbekannten und den Gefahren des Internets hätte beschreiben können, hat dies Nancy Shui-Yen Cheng vom E.M.A. in Bonn getan. Und damit auch gleich den Ausweg aufgezeigt. Denn die vielschichtige, selbstkritische und unaufgeregte Auseinandersetzung der Lehrerin mit den (vermeintlichen und realen) Gefahren und Untiefen des Internets ist der “Weg aus der Krise” (um noch einmal einen Slogan der letzten Wochen zu missbrauchen, der nun mehr in der Versenkung verschwinden wird). Nur so kann aus dem Fremden Vertrautes werden. Das ist wahrscheinlich ein schwieriger, langer Weg, bei dem behutsam jeder Schritt erst nach festen Stand tastet, aber er ist gangbar.
Und für den jenigen, der diesen Weg gegangen ist, verlieren auch große Anbieter ihre Stellvertreterfunktion und ihre Angebote können neu bewertet werden, vor allem unter dem Aspekt: Was nutzen sie mir und meiner Einrichtung und dann komme ich zu neuen Ergebnissen und dann steht da eher “google is education”.
N.B.: Eine kleine Hürde gibt es dann doch noch zu nehmen: All die Betreiber kleiner Server in Schulen und bei Schulträgern lieben ihre Server. Und auch ich pflege eine Website lieber mit Drupal als mit google sites. Einfach weil es mir Spaß macht, Module auszutesten und in Skripten rumzufummeln.
Veröffentlicht unter Netzwelt, Schulwelt
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