Radio 103,1

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Ich mag meinen Job ja. Was ich nicht daran mag: Ich fahre, um ihn zu tun, täglich 90 Kilometer mit dem Auto. Das dauert je nach Jahreszeit, Tageszeit, Wetterlage täglich zwischen 60 und 200 Minuten. Manchmal auch länger. Ich fahre nicht gerne Auto, bin noch nie gerne Auto gefahren. Weil man beim Fahren eigentlich nur fährt, aber seit heute habe ich einen neuen Radiosender. (mehr …)

lit.COLOGNE – Familienwahn

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Stellt dir vor, deine Mutter denkt, du könntest deinen Vater umbringen. Deinen Vater der im Wachkoma liegt und offensichtlich noch eine Filiale unterhielt.
Stell dir vor, deine Schwester, die du jahrelang verdrängt und nicht gesehen hast, drängt sich mit Macht wieder in dein Leben und auch in die Betten, in denen du sonst liegst.
Stell dir vor, das Osterfest rückt wieder einmal näher und wieder einmal machen sich alle auf zur gemeinsamen Weihnachtsfeier, wissend alle peinlichst genau darauf achten werden, nicht, aber auch gar nichts zu sagen, was eines der unter eine nur brüchigen, dünnen Decke versteckten Familiengeheimnis an die Oberfläche schnellen lassen könnten. Daher wird kaum einer überhaupt etwas sagen und zu ertragen ist das alles nur unter starkem Alkoholeinfluss. (mehr …)

Bonjour tristesse

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Was ist da nun in den letzten fün Tagen passiert? Vielleicht lässt es sich mit der Beschreibung einer einfachen Verkaufstheke einer regional tätigen Backwarenkette in einem nahegelegenen Supermarkt, an der ich regelmäßig mein Brot, meine Brötchen und auf dem Weg zur Arbeit auch schonmal ein belegtes Sandwich kaufe erklären.

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Abschied

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Schluß? Aus? Ende?

Nach gut zwei Monaten, nach 27 Beiträgen, nach 14 Kommentaren, nach 487 Besuchern soll nun plötzlich und unerwartet Ende sein? Wie kann das?

Zu wenig Zeit?
Zu wenig Themen?
Zu wenig Kommentare? Oder die falschen?

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NRW bloggt!

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Also, die deutsche Seite zur EU-Präsidentschaft heißt EU2007.de, die Seite des Landes Nordrhein-Westfalen kommt ohne .de aus und ist unter nrw2007.eu zu finden. NRW behauptet (ich habe das nicht nachgeprüft, aber es wird wohl stimmen) von sich, das einzige Bundesland zu sein, das eine Seite zur Präsidentschaft des Staates zu haben, dessen Domain in der URL verschwiegen wird. Das ist irgendwie nett.

EU - olle reiseDann harmoniert die Seite nicht so ganz mit meinem Browser und oben rechts steht sowas wie EU – olle reise! Das ist vielleicht zum Schmunzeln.

Und auf dieser Seite gibt es einen Blog und dort bloggt der Minister Breuer persönlich. Das ist erfreulich.

Noch sind es nicht ganz so viele Beiträge und auch nicht soviele Kommentare, aber das kann im Laufe der Präsidentschaft ja noch anders werden. (Den Podcast von Herrn Breuer höre ich mir morgen im Auto an.)
Herr Breuer war am EU-Projekttag in Beuel. Ich bin sicher, die Beueler haben ihm einen würdigen Empfang bereitet und dafür gesorgt, dass EU-Begeisterung sicherbar wird. Das hat Herr Minister dann auch so erlebt und geschrieben.

Jedoch: Die Bilder von Herrn Rau und von Herrn Breuer sind sehr unterschiedlich – sie leben ja auch in verschiedenen (Bundes-)Ländern und haben den Tag an verschiedenen Schulen erlebt. Schade ist es aber, dass sie wahrscheinlich nicht von einander wissen. Denn wenn sie voneinander wüssten, könnten sie miteinander reden. Und die beiden Blickwinkel würden wahrscheinlich ein Gesamtbild ergeben, das zeigt, dass beide wissen, wie wichtig die EU ist und wie wichtig es ist, diese Bedeutung in der Schule zu vermitteln.

Aber sie wissen ja nicht voneinander. Schade, eigentlich!

Wagenschaden

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Pünktlich um 14:44 verließ ein Zug der Linie 18 den Bahnhof Hansaring.

Außerplanmäßig aber nicht unerwartet hielt der Zug nach wenigen hundert Metern noch vor der Haltestelle Ebertplatz. Nur mit Verzögerungen für er an den folgenden Stationen an und hielt immer wieder unerwartet auf offener Strecke.

Bei näherem Hinsehen fand ich mich umringt von Menschen, die gerade aus der Schule kamen. Lehrern wie Schülern. Stillschweigend schienen schienen sie iene Abmachung getroffen zu haben, sich in unterschiedlichen Bereichen des Wagens aufzuhalten. Die Schüler erkannte ich am Alter und an den Schultaschen. Die Lehrer identifizierten sich sehr unterschiedlich: Durch Ihre Kleidung, durch ihre Gespräche, durch das Korrigieren von Schülerarbeiten oder auch am leeren müden Blick – jeder auf seine Art.

Nachdem wir bereits fünf Minuten an der Haltestelle Wiener Platz gestanden hatten, vermeldete der Zugführer folgendes: “Ich habe einen Fahrzeugschaden und muss den Wagen leer machen. Die anderen Züge stehen aber direkt hinter mir.”

Wörtlich!

Schüler wie Lehrer verstanden ihn und so ergossen wir uns auf den Bahnsteig. Der Zug fuhr an und blieb nach wenigen Meter, die Zugspitze hatte eben der Tunnel erreicht, wieder stehen.

Der Schaffner fluchte und auf dem Bahnsteig war verschiedenes zu beobachten: Technisch interessierte Schüler und Lehrer stürmten regelrecht zur Spitze des Zuges, um die Arbeiten des Schaffners zu beobachten und zu kommentieren. Die eher übergewichtigen Schüler belagern den Bäckereistand auf dem Bahnsteig, die jüngeren unter ihnen halten sich in der zweiten Reihe und zählen erstmal Centstücke zusammen. Drei Jungs hocken sich vor eine Werbetafel und nehmen ihre Hefte aus den Taschen. Die beginnen ihre Hausaufgaben zu machen. Bald entwickelt sich eine intensive Diskussion. Ein Lehrer neben ist eingeschlafen.

Immer wieder wandern die Blicke der Jungs den Bahnsteig entlang, bis sie gefunden haben, was bzw. wen sie suchen. Nun wird offensichtlich ausdiskutiert, wer als Bote entsandt wird. Schließlich erhebt sich einer der Siebtklässler und spricht eine Frau an, die in ein Buch vertieft einige Meter entfernt steht. Die Lehrerin. Sie hockt sich zu ihnen und diskutiert mit.

Unterricht auf dem Bahnsteig.

Die anderen scheinen sie nicht bemerken. Zwei Kollegen diskutieren weiter. Ein Pärchen knutsch an der Bahnsteigkante. Der Zug fährt ab. Unmittelbar fährt die nächste Bahn ein. Die Schülergruppe packt die Hefte ein und bedankt sich. Die Lehrerin sagt: “Nicht dafür!”

Cuvee Vaux brut

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Zu Silvester gab es weder ein “billiges Kohlensäuregetränkt deutscher Großkeltereien” noch teuren Champagner. Wir tranken den “Basissekt von Schloss Vaux: Das ist eine harmonische fruchtige Cuvee aus weis weiß gekeltertem Spätburgunder, Weißburgunder und etwas Riesling, der für die frische Säure sorgt.”Das Ganze war in der Tat recht lecker. Soweit ich mich erinnere. Den vorher gab es bereits einen Cremant aus dem Elsaß zur Begrüßung, einen Riesling aus Deidesheim zur Vorspeise, einen Roten aus Venetien und Grappa zum Espresso. Zwischen Essen und Mitternacht dann Roten oder Weißen nach belieben. Es mag also sein, dass unsere gustatorische Wahrnehmung nicht mehr ganz auf der Höhe war. Hinzu kommt, das der Abend mit dem Sekt nicht endete und die Erinnerung getrübt ist. Wie dem auch sei: Wir standen im Regen auf der Dachterasse, hatten die Köpfe eingezogen, waren stolz keine Raketen gekauft zu haben und sahen und das Feuerwerk über der Stadt an, während wir tranken. Und alles war sehr nett. Doch ich würde sagen der Sekt hat geschmeckt. (mehr …)