Das war’s … 2015

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2015-1Ein Jahr in ein paar Bildern. Geht das? Es war ein Jahr der Anfänge und Herausforderungen. Nach School IT Rhein Waal haben sich viele Kommunen mit uns auf den Weg gemacht,  einen Startpunkt gesucht um Alltag der Schule, um das Thema #Digitale Bildung und #BYOD in den Schulen voranzubringen.

 

P1040506 Dabei sind viele Ideen entstanden und viele Fragen sind noch unbeantwortet am Ende des Jahrs. Aber das Bild, die Idee, die Vison von der Schule, wie sie sein könnte und sollte, ist da und nimmt in den Köpfen vieler Gestalt an.

 

 

 

P1040768 Und wenn ich dann in den Schulen unterwegs war, dann sah ich auch immer wieder, dass die Realität dem Bild in vielen Klassen schon recht nah kommt und – besonders für die Kinder und Jugendlichen – schon selbstverständlich ist, was in der Breite noch umgesetzt werden muss.

 

P1060374 Und dann ist ja immer die Rede davon, wir in der #Digitalen Bildung würden nur Leuchtturmprojekte machen. Was mich 2015 auch gefreut hat: Die Schulen, an denen ich unterwegs bin, sind bei weitem keine Vorzeigeschule, die mit riesigem Aufwand Projekte machen. Es sind Schulen, die oft unter schwierigen Bedingungen ihre Aufgaben erfüllen und mit viel Engagement Neues versuchen.
18850097162_450d6d2883_oAber es waren nicht nur die Schulen und die Kommunen, die sich auf den Weg gemacht haben. Das Thema ist wieder auf der großen politischen Bühne angekommen. Mich hat gefreut, dass ich da ein wenig mitreden durfte und vielleicht die eine oder andere Idee auch gehört wurde.  Wichtiger aber: Vieles was 2015 besprochen wurde, wird 2016 weitergehen und umgesetzt werden.

PC190742 Das Jahr hatte noch mehr Themen. #OER geht weiter in Deutschland und wächst. Das IT-Cluster spielt im Konzert um #Digitale Bildung mit und @Edutags hat ein neues Gesicht. Und dann war da noch eine Menge mehr. Pfeffer hatte das. Manchmal fast zu viel.
PC060322 Vieles ging 2015 rasend schnell. Und manchmal hatte ich auch den Eindruck nicht vom Fleck zu kommen und war mit meiner Geduld am Ende. Das ist es dann manchmal schon hilfreich in einer Stadt zu leben, in der sich immer alles ändert und doch bleibt wie es ist.

Sketchnote von @legereaude

Worüber wir reden (sollten), wenn wir von digitaler Bildung reden

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Heute durfte ich auf der Fachtagung der SPD-Fraktion einen kleinen Einführungsimpuls geben. Die Gedanken, die ich dort vorgetragen habe, möchte ich hier kurz zusammenfassen – und hoffe, sie dürfen sich in die Reihe der Beiträge zu Christian Ebels Blogparade einreihen.

Wir reden schon lange über digitale Bildung – und doch kann man den Eindruck gewinnen, als stünden wir noch ganz am Anfang, als wäre immer noch viel Aufbruch und wenig erreicht. Vielleicht liegt das daran, dass wir immer wieder auf die Versprechungen digitaler Medien schauen, immer wieder die Potentiale in den Vordergrund stellen, immer wieder die neuste technische Errungenschaft als Startpunkt ausrufen – und einige wichtige Punkte aus den Augen verlieren, an denen wir arbeiten müssten, damit aus einem permanten Erproben und Ausprobieren ein systematisches Einführen und nachhaltiges Verankern wird.

Aus meiner Sicht war PISA ein „schwarzer Montag“ für die digitale Bildung in Deutschland. Denn anders als in anderen Ländern, in denen die Analyse der PISA-Ergebnisse dazu geführt hat, dass man überlegt hat, wie sich Pädagogik auch mit Hilfe von IT verändern muss, um Schulen besser zu machen, war die Reaktion in Deutschland – vereinfacht gesagt: Wir müssen in PISA besser werden und wenn wir das geschafft haben, machen wir wieder was mit Computern. Das sich etwa zu der Zeit auch der Bund aus den gemeinsamen Aktivitäten von Bund, Ländern und Wirtschaft zurückziehen musste, war dabei nicht förderlich. Jetzt, als Reaktion auf ICILS, laufen wir Gefahr, den gleichen erneut zu machen. Wir fragen: Was müssen wir tun, damit wir bei ICILS besser werden? Was müssen wir tun, damit die Medienkompetemz unserer Jugendlichen besser wird? Dabei verkennen wir: PISA ging und geht es nicht darum, ob Kinder besser rechnen, schreiben und lesen, genausowenig geht es bei ICILS darum, wie gut sie am Computer sind. In beiden Studien geht es darum, wie gut unser Bildungssystem die Lernenden auf das Leben in der jeweiligen Gesellschaft vorbreitet. Und wenn wir dieses Frag ernst nehmen, dann wird klar, dass es nicht um Medienbildung versus ITG versus Pflichtinformatik geht, sondern darum, wie wir IT für das Lernen in allen Bereichen von Schule nutzbar machen und wie IT den erforderlichen Wandel von Schulen unterstützten kann. Dann ist IT, dann ist digital Bildung keine Zusatzaufgabe mehr, der man sich – zu allem anderen Übel – auch noch widmen muss, sondern dann stellt sich die Frage, wie IT, wie digitale Bildung Schulen unterstützen kann, Inklusion besser zu machen, individuelle Förderung besser zu realisieren, längeres gemeinsames Lernen besser zu organisieren und wie die Aufgaben alle heißen.

Wir waren immer wieder erfreut, wenn eine Bildungsministerin versprochen hat, jedem Kind ein Notebook oder Tablett zu geben. Eingelöst hat keine Ministerin dieses Versprechen. Schlimmer noch, seit 2006 hat sich am Verhältnis Schüler : Rechner nichts geändert. Immer noch teilen sich bei uns mehr als 11 Schüler einen schulischen Rechner. Nur ein Beispiel zum Vergleich: In Norwegen hat sich das Verhältnis in etwas diesem Zeitraum von 5,5 Schülern auf 2,4 Schüler verbessert. Mit einen einfachen Trick könnten wir das diesem Ausstattungsdilemma finden und dabei auch einiges tun, um Veränderungen an Schulen zu unterstützen. Wir müssten lediglich die Geräte, die die Jugendlichen bereits heute mit in die Schule bringen auch zum lernen verwenden. Sie selbst tun das oft schin, aber wir nutzen die Möglichkeiten nicht im Unterricht.

Würden wir das tun, hätten wir mit einem mal eine 1:1-Ausstattung in der Klasse. Wir hätten eine Atmosphäre, die Technik nicht mehr ausgrenzt und verfolgt, sondern willkommen heißt und einbezieht. Das würde auch den Lehrkräften helfen, die jetzt schon hinter verschlossenen Türen experimentieren. Sie könnten einfacher offen über ihre Erfahrungen sprechen und müssten nicht mehr vermuten, mit ihrem Tun nur geduldet zu sein. Sozial gerecht wäre es auch, denn die Frage der sozialen Gerechtigkeit entscheidet sich heute nicht mehr am Besitz, sondern an der Art der Nutzung. Und hier erleben wir wieder, dass diejenigen, die von ihren Eltern unterstützt werden (können), mehr Kompetenzen erwerben als andere. Wenn Schule nicht beginnt, umfassend mit Medien zu arbeiten, dann wäre das sozial ungerecht… wie manches im deutschen Bildungssystem.

Die Vermutung liegt dann nahe, dass Kommunen mit einem konsequenten BYOD nur Kosten auf die Eltern abwälzen. Aber dem ist nicht so. Auf die Eltern kamen keine neuen, zusätzlichen Kosten  zu, nur würde ihr Investment sich nun auch für das schulische Lernen bezahlt machen. Und die Kommunen müssten nicht nur bessere Internetzugänge, starke, sichere und offene WLANs und Präsentationsmedien zur Verfügung stellen. Auch der Support müsste verbessert werden, denn wenn auf einmal viele im Netz sind, dann muss das Netz auch laufen.

BYOD – bedeutet das nicht ein unübersichtliches Chaos an Geräten und System, dass keine Lehrkraft mehr überblicken kann. Ja, vielliecht. Aber das muss sie oder er auch nicht. Die Vielfalt bietet auch vielfältige Möglichkeiten, Geräte, Apps und Systeme zu vergleichen – und sich Gedanken über die (Über-)Macht einzelne Anbieter zu machen. Auch das eine Facette kritischer Medienkompetenz.

1:1, BYOD, eine gute Ausstattung in der Klassen sind wichtig, damit das Lernen mit Medien überhaupt zu einem Standard werden kann, damit sich die Arbeitsweisen in den Klassenzimmern verändern können. Wichtiger aber noch ist es, dass medienunterstütztes Lernen auf Dauer nicht ein Highlight weniger Lehrkräfte bleibt, sondern die Lernkultur einer Schule prägt. Und hier liegt meiner Meinung nach eines der gravierendsten Defizite: Wir schauen immer wieder auf die Lehrerin, den Lehrer, die nicht mit Medien arbeiten, die sich nicht fortbilden. Was wir aber machen sollten, ist Schulen zu unterstützen eine eigene Strategie zu entwickeln, eine Austausch und Kommunikationskultur aufzubauen, die dann einen Wandel der Pädagogik mit Technikunterstützung ermöglicht. In vielen Schulen gibt es die 5, 10 oder 15 % Lehrkräfte im Kollegium, die jetzt schon „können“ und „wollen“. Diese müssen gestärkt werden und mit Unterstützung von Schulleitung angeregt werden, ihre Erfahrungen ins Kollegium zu tragen. Dabei darf man sich nicht von denen aus der Ruhe bringen lassen, die gerne als „Totalverweigerer“ bezeichnet werden. Vielmehr müssen wir diejenigen in den Blick nehmen, die vielleicht wollen, sich aber noch nicht trauen. Ein guter Weg, Schulleitungen und engagierte Lehrkräfte zu unterstützen, ist es, sie miteinander in Kintakt zu bringen, zu vernetzen. So können sie Probleme im Organisatorischen gemeinsam lösen und im Unterrichtspraktischen voneinanderlernen. Das stärkt das Bewusstsein für die eigene Kompetenz und entlastet, weil nicht jede Idee selbst erfunden werden muss.

Was also braucht es:

  • Eine gute und stabile Infrastruktur mit professionellem Support
  • Vernetzung der Schulen und der engagierten Lehrkräfte
  • Offenheit, die Lernerfahrungen und Ideen der Lernenden und die Technik, die sie mitbringen, produktiv zu nutzen.
  • Wertschätung und Anerkennung der Arbeit, die von Schulen und Lehrkräften heute schon geleistet wird. Und nicht das Jammern über jene, die noch nicht so weit sind.

Ein letztes Wort zu den Bildern und den Zitaten im folgenden Foliensatz: Das sind Fotos und Statesments, die ich in den letzten zwei Wochen von vielen Schulen bekommen habe, die auf den Weg gemacht haben, die heute schon versuchen, „digitale Bildung“ zu leben, zu erproben und einzuführen. Sie hatte ich gebeten, mir einen kleinen Gruß mit nach Berlin mitzugeben. Ich finde, die Fotos zeigen, wie Schule auch aussehen kann und wieviel Engagement  jetzt schon vorhanden ist. Am Ende sind die Schulen dann einmal aufgeführt. Sie stehen exemplarisch für viele andere. Auf sie sollten wir schauen, mit ihnen müssen wir arbeiten. Denn für sie bedeutet „Digitale Bildung“ ihre Schülerinnen und Schüler vorzubereiten auf eine digitalisierte Welt.

Folien zum Vortrag als PDF

When the killing’s done – Rückblick auf die OERde14

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Zum zweiten Mal hatte die Wikimedia zur OERde nach Berlin eingeladen. Wieder hat Jöran das Programm zusammengestellt und wurde von Guido und anderen beim Barcamp unterstützt. Ich bin mit immer noch nicht sicher, ob ich die Kombination von Konferenz und Barcamp gut finde – wenn ich drüber nachdenke. Wenn ich da bin und die Vielfalt erlebe, bin ich begeistert und fasziniert.

Aber zum Inhaltlichen: Wir haben da ein paar wichtige Schritte nach vorne getan. Immer noch prallen zwei Welten aufeinander. OER-Aktivisten fordern Freiheit für alle Materialien – und wollen dafür staatliche Alimentationen. Verlagspatrone sehen den Untergang der Bildungsverlag und im Gefolge der schulischen Bildung und des christlichen Abendlandes gekommen, wenn OER sich verbreitet und gefördert wird. Und immer noch wird OER als Motor für pädagogischen Wandel gesehen. Das ist das plakativ.

Dazwischen aber werden immer mehr Zwischentöne hörbar. Nicole Allen stellt den Gegensatz von OER und Verlagen auf den Kopf, wenn sie sagt, wir bräuchten OER auf denen dann Verlage ihre Produkte aufbauen und auch Geschäfte machen können und dürfen. Mark Rackles stellte die Idee einer OER-Landesinitiative vor, die nicht versucht, dass Schulbuch zu erfinden, sondern die ER im Land sichtbar zu machen, die schon immer entstanden sind und denen nur das O hinzugefügt werden muss, um sie nicht nur für andere nutzbar zu machen, sondern auch einen Beitrag zu leisten, dass sich eine Kultur der Offenheit und des Teilens überhaupt erst entwickeln können, die für pädagogischen Wandel wichtig wären. Da werden Ansätze erkennbar, da ist nicht mehr die Aufbruchstimmung, die im letzten Jahr spürbar war, sondern da waren viele auf dem Weg.

ScheinkonkurrenzUnd so erklärt sich dann auch der Titel zum Post: Wir habe in unserem Vortrag (man sagt wohl heute: Talk) das Beispiel des Island-Fox gebracht, der scheinbar von ausgewilderten Schweinen aus einem Lebensraum, der Insel Santa Crux im Pazifik vor Los Angels vertreiben wurde. Tatsächlich war es aber der Weißkopfseeadler, der ausstarb, weil er gejagt und mit DDT vergiftet wurde und das Habitat so dem Steinadler überließ. Der wiederum jagte den Fuchs. Die Konkurrenz zwischen Füchsen und Schweinen in einem Ökosystem ist das erste so belegte Beispiel einer Scheinkonkurrenz. Nachzulesen ist das alles bei T.C. Boyle in dessen Roman „When the killing’s done“.

Es gab deutliche Anzeichen, dass eine Scheinkonkurrenz, die die Diskussion in der Vergangenheit wenn nicht bestimmt, so doch überschattet hat, erkennbar wird. Damit öffnet sich mehr und mehr die Tür auf der OERde15 offen und konstruktiv über ein Zusammenspiel der verschiedenen Akteure zu diskutieren. Nicht um OER voranzutreiben oder Verlage zu erhalten, sondern um zu klären, wie in Zeiten der Digitalisierung gelernt werden kann.

Und dann folgen wir Jan Neumanns Idee:

Neumann-OERde14

Wiederentdeckt: LearningTimes Green Room

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Das neunte Türchen

Zugegeben, auf den Autofahrten nach Bonn habe ich diesen englischen Podcast oft übersprungen. Jetzt aber ist der LearningTimes Green Room wieder Festbestandteil meiner Liste. Susan Manning und Dan Balzer plädern herrlich entspannt über renewal, retooling und conversations about learning. Der Podcast richtet sich vor allem an Lehrerinnen und Lehrer und ist daher auch recht praxisorientiert aufgemacht. Das Gegenstück in deutscher Sprache ist mir bisher noch nicht begegnet.

[podcast]http://media.libsyn.com/media/learningtimes/ltgreenroom-064.mp3[/podcast]
(Quelle: http://www.ltgreenroom.org/episodes/78)

Anfänge

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Willkommen und Abschied liegen ja bekanntlich manchmal nahe beieinander. Besonders wenn die Reihenfolge andersherum ist und auf den Abschied ein Anfang folgt. Nach dem Abschied von Schulen ans Netz und meinem „Naturwissenschaften-entdecken!“-Team folgte schon Mitte Juli der Anfang in Duisburg bei Michael Kerres. Eine ganze Reihe netter Kolleginnen und Kollegen hat mir den Anfang dort leicht gemacht.

Heute nun startet unser erstes Schulprojekt. Mit fünf Lehrerinnen und Lehrer von drei Gesamtschulen aus Krefeld und Meerbusch haben wir den ersten Durchgang des Schülerkollegs geplant. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den Schulen, die Besuche der Schülerinnen und Schüler und auf deren Sicht auf die Medienwelt.

Vor allem aber freut es mich, nun rheinabwärts dem Thema „Schule und Medien“ meine Aufmerksamkeit schenken zu dürfen.

Kindergeburtstag und Jugendschutz

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aus: Das große Buch d LesePiraten, Loewe 2008Der erste Sonnentag im Jahr und meine Tochter feiert Kindergeburtstag. Mit Dosenwerfen und Jonglierbällen-basteln, mit Schokowettessen und Hot Dogs. Und mit einigen netten Geschenken der Klassenkameradinnen. Dabei ein Lesepiratenbuch, das mich aufmerken läast, als ich eine Geschichte sehe, in der ein Bilde mit einem Computer mit einer E-Mail zu sehen ist. Nachdem ich die Geschichte gelesen habe, bin ich entweder wütend oder entsetzt. (mehr …)