12 von 12 im Mai

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Der Tag heute war eine wilde Mischung aus Analogem und Digitalen.

Unterwegs war ich seit längerem Mal wieder in Duisburg. Der Bahnhof dort hat eine klar, schöne Architektur. Da ist es schade, wie er immer mehr verfällt.

9/12 - 5 - Station 2

7/12 - 5 - Station 1

Im Schulmedienzentrum haben wir geplant, wie es mit Lernen 25 und mit BYOD in Duisburg und am Niederrhein weitergeht. Digitale Erklärfilme von und für Schülerinnen und Schüler spielen dabei ein wichtige Rolle. Und das vor dieser Kulisse.

11/12 - 5 - Movies 1

11/12 - 5 - Movies 2

Auf dem Rückweg war es ruhig auf dem Bahnhof. Zeit und Raum für eine Pause. Und im Zug für ein Selfie mit Cello.

8/12 - 5 - Station / Break

6/12 - 5 - Self

Auch das Projekt Smartphome macht kleine Fortschritte. Eine schöne Mischung zwischen Schrauberei und Programmierung.

2/12 - 5 - Smarthome 1

3/12 - 5 - Smarthome 2

Und auf dem Weg in den Feierabend: Aus digitalen Fotos werden kleine Objekte im Raum.

1/12 - 5 - DIY

4/12 - 5 - Cut

5/12 - 5 - Pics

Und jetzt einen Sundowner zum Abschied und zum Stöbern beim 12 von 12 beu „Draußen nur Kännchen„.

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12 von 12 im April

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Heute hat mein 12 von 12 ein paar Bilder mehr. Und das lässt sich auch erklären. Das schöne am Projekt ist ja, dass es immer mal wieder einen anderen Tag erwischt. Im März war es ein Samstag. Ich hatte mich wirklich auf eine Fotosafari in der Stadt gefreut. Aber als ich anfing die Rotlichtlampe, mit der ich meine Stirnhöhlen bestrahlte, von allen Seiten zu belichten und stolz war, wenn ich es schaffte meiner Liebsten beim Kuchenbacken über die Schultern zu knipsen war klar: Das gibt heute nichts. Hier die traurigen Ergebnisse.

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Heute war dann ein fast normaler Unitag. Also gibt es wieder Bilder aus dem Pendleralltag mit planmäßigen Verspätungen.

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Für mich der erste Tag im Semester mit Studierenden. Die Fensterputzer sind für heute angesagt. Sie waren aber wohl noch nicht da. Die Seminarräume sind geputzt, aufgeräumt und symbolisieren nicht mein didaktisches Konzept.

3/12 - 4 - Window4/12 - 4 - Lecture

Die Studierenden hingegen genießen die Sonne – zwischen den Seminaren.

5/12 - 4 - Campus 16/12 - 4 - Campus 2 b/w

Auf dem Rückweg dann wieder Pendleralltag in der U-Bahn.

7/12 - 4 - Subway 1 b/w8/12 - 4 - Subway

Fast wieder zuhause zogen Wolken auf. Es hat noch gereicht, die Joggingschuhe anzuziehen und im Trockenen loszulaufen…

9/12 - 4 - Clouds 110/12 - 4 - Clouds 211/12 - 4 - Clouds 3

Und am Abend habe ich dann noch schnell ein Foto für die FlickrFriday-Gruppe gemacht. #Infinite – forever.

12/12 - 4 - Infinite

Und jetzt ist wieder Wetter für „Draußen nur Kännchen“ und noch mehr 12 von 12.

Ein Schmierfink im OER-Workshop

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Für meinen persönlichen Rückblick auf die Didacta 2016 ist es noch ein wenig früh, denn in den möchte ich gerne auch die Dokumentation der Podiumsdiskussion einbinden, die wir am Freitag mit Schulen und Schulämtern aus vier Kommunen in NRW, der Medienberatung und der Initiative D21 gemacht haben. Da braucht der didacta-Verband aber noch ein paar Tage.

Schneller geht das beim 1. Barcamp auf einer Bildungsmesse. Große Teile der Veranstaltung hätte man LIVE auf Periscope sehen können. Und der Sessionplan und die Dokumentationen der einzelnen Sessions sind bei einem Workshop ja standardmässig online. So war es auch gestern in Köln. Zudem wurde unter dem Hashtag #vbmcamp16 getwitter, was das Zeug hält. Leider konnte ich nicht LIVE dabei sein und dachte mir: Schau doch mal in die Session-Dokus. Klar interessiert mich da natürlich das Thema OER. Vorbildlich: alles dokumentiert.

Was mich dann aber irritiert: André Spang (@Tastenspieler) ruft dazu auf, die Kolleginnen und Kollegen zu verscheißern?

Bildschirmfoto 2016-02-21 um 16.40.13

Natürlich hat das der André nicht getan. Denn als um ca. 14:30 die Session endet, endet auch die Dokumenation. Und da steht im Protokoll (Version 1676), man solle die Kollegen begeistern.

Bildschirmfoto 2016-02-21 um 16.38.32

Die Veränderung (begeistern -> verscheißern) wurde um 15:49 angebracht und bildet sicher nicht den Stand der Diskussion im Workshop ab.Was lernen wir daraus:

  • Es war super endlich ein Barcamp auf einer Didakta zu haben.
  • Toll auch, dass auf dem Camp, dessen Ausrichter ja immerhin die Verband der Bildungsmedien war, über OER gesprochen werden konnte.
  • Erfreulich, dass die Diskussion (folgt man Twitter offen und vielfältig war).
  • Schade, dass es (mindestens einen Menschen) gab, die ihre Meinung nicht offen und ehrlich gesagt hat, sondern lieber ins Etherpad geschmiert hat.

Und über Datenschutz und das Internet hat dieser Mensch jetzt auch etwas gelernt – wenn er denn von diesem Blog erfährt: Das Internet vergißt nicht, auch ein Etherpad vergißt nicht. Im Etherpad einfach mal den Button „Time Slider“ ausprobieren. Den kennen in den Klassen, die am Niederrhein BYOD machen, die Schüler nach der ersten Stunde. 😉

[Update – 21.2.16 – 18:21] Dankenswerterweise schickt André den Link zur Aufzeichnung der Session bei Youtube. Viel offene Diskussion, viel Aufbruch. Kein Aufruf, zu verschei….

 

 

 

Wir müssen reden

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Das Land NRW hat eine Initiative auf den Weg gebracht, die sich dem „Lernen im digitalen Wandel“ widmet und diesen in allen Bildungsbereichen gestalten so. Ziel ist es ein allgemein verbindliches Leitbild des Landes zu entwicklen. Der erste Schritt war eine Online-Diskussion in einer eigens eingerichteten Plattform, auf der alle Interessierten von Mitte November bis Mitte Januar diskutieren konnten. Inhaltlich haben die Beiträge ein breites Spektrum abgedeckt. Eine Diskussion kam aber kaum auf lediglich einzelne Beiträge erhielten Kommentare. Allerdings: Der Dialog fand weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Im Themenforum „Schule“ finden sich insgesamt 224 Interaktionen. Davon sind 43 eigenständige Beiträge, 54 Kommentare und 127 Bewertungen. Stellen wir diese Zahl einfach mal in Relation zur Zahl der Lehrkräfte in NRW (im Schuljahr 2014/15: 194.800) dann haben sich 0.1 Prozent der Lehrkräfte in NRW am Dialog beteiligt. Doch halt: Alle Interessierten waren eingeladen. Also auch die 2.547.676 Schülerinnen und Schüler – und mindestens ein Elternteil. Schon schrumpft die Beteiligung auf 0,0046 %. Kann man da noch von Beteiligung sprechen?

Und was bedeutet das? Ist das Thema Lernen im Digitalen Wandel nicht relevant? Ist es ein Nischenthema für wenig Nerds (auf der einen) und bewahrpädagogisch besorgte Eltern auf der anderen Seite?

Eine Beobachtung: Viele, denen ich von dem Online-Dialog berichtet habe, wussten nichts davon. Viele von diesen Menschen waren interessiert, wollten mehr wissen, einige haben sich dann auch beteiligt und finden sich unter den 224 Interagierenden. Was aber nachdenklich stimmt: Viele von diesen Menschen mit denen ich gesprochen habe, waren Verantwortliche in Schulen und Kommunen und dort die, die sich für das Thema „Digitale Bildung“ einsetzen.

Die Idee hinter „Bildung 4.0“ ist grandios. Wir brauchen einen breiten gesellschaftlichen Diskurs, darüber was Lernen im digitalen Wandel sein kann, soll, muss. Aber wir müssen mehr darüber reden und wir müssen das immer wieder und öffentlich tun. Nicht nur in den Foren, in denen es im digitale Bildung geht, sondern überall:

  • Wenn irgendwo über individuelle Förderung gesprochen wird, müssen wir uns einmischen und sagen: Das geht gut mit digitalen Medien.
  • Wenn irgendwo über den MINT-Unterricht gesprochen wird, müssen wir uns einmischen und sagen: Das geht gut mit digitalen Medien.
  • Wenn irgendwo über Integration von Flücktlingen durch Teilhabe an Bildung besprochen wird, müssen wir uns einmischen und sagen: Das geht gut mit digitalen Medien.
  • Wenn über Lernen gesprochen wird, müssen wir uns einmsichen und sagen: Lernen heute ist lernen im digitalen Wandel.

 

 

 

Ob das Silicon Valley die Lösung ist?

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Ja, wir können uns freuen. Wir, die wir gerne mal als Digitalisten beschimpft werden – aber vielleicht ist das ja auch ein Titel den wir mit einigem Stolz tragen dürfen. Wir dürfen uns freuen, weil wir wieder mehr gehört werden, denn lange war das Lernen mit digitalen Medien eine nette Spielerei, etwas das wir gerne am Ende des Schuljahrs machen durften, etwas für das wir uns rechtfertigen mussten: Und wann machst du wieder richtigen Unterricht?

Aber die öffentliche Diskussion wandelt sich. Ganz oben in der Politik ist die Botschaft angekommen: Das Internet geht nicht mehr weg. Schlimmer noch: Es wird sich in alles uns jedes einnisten. Es wird nicht nur unser Arbeitsleben noch grundlegend verändern, ganze Berufsgruppen und Berufe werden verschwinden und von digitalen Arbeitsprozessen ersetzt werden. Gut oder schlecht? Das ist nicht die Frage, die Frage ist: Wie gestalten wir das? Und wie gestalten wir es so, dass unsere Gesellschaft auch in Zukunft lebenswert ist.

Der Erkenntnis, dass sich die Arbeitswelt verändern wird, folgt die Schlussfolgerung, dass sich das Lernen in der Schule, im Studium und darüber hinaus auch verändern muss. Ja, wir haben die Rufe nach mehr „Educational Technology“ im letzten Jahrhundert immer wieder gehört – und ungehört verschallen hören. Aber könnte es sein, dass es diesmal anders ist? Das wir vielleicht doch an einer „Zeitenwende“ stehen?

Also: Schule, Lernen verändert sich? Aber wie? Es mehren sich die Versprechungen, dass das Silikon Valley mit seinen Start Ups und viel Geld die Lösung bring. Jörg Dräger und Ralf Müller-Eiselt geben in ihrem Buch, das im Herbst du die Bildungslandschaft rauschte Beispiele, wie Lernpläne für Schüler automatisch errechnet werden, basierend auf den Ergebnissen abertausender anderer Lernender und den bereits erbrachten Leistungen des einzelnen. Die Kommentatoren im Blätterwald sind entsetzt. Von Orwell ist die Rede – wieder mal. Vom Datenschutz. Was wenn ein schlechter Mathetest in der dritten Klasse bei der Bewerbung als Chefarzt ans Tageslicht kommt. Denn das Internet vergißt ja nichts.

Ich kann dem zunächst auch Gutes abgewinnen: Wie viele Grundschul-Lehrerinnen verbringen Stunden damit immer wieder die Testblätter des Hamburger Rechtschreibtests auszufüllen, um ihren Schülern die passenden Übungsblätter herauszusuchen. Warum sollte ein Computer diese Aufgabe nicht übernehmen können? Oder das Üben des kleinen 1×1? Phase6 ist schon jetzt ein sehr erfolgreiches Programm mit dem Schüler Vokabeln lernen. Könnte das Programm nicht noch besser werden, wenn es besser verstehen würde, welche Vokabeln einem oder vielen Lernern schwer fallen und welche Fehler sie machen?

Schauen wir uns die Beispiele genau an, diese hier und die in den Büchern und Zeitungen, dann fällt etwas anderes auf: Immer geht es ums auswendig lernen, richtig machen, üben. Das ist wichtig und  muss gemacht werden. Ohne das geht vieles nicht. Aber muss Lernen in einer digitalen Zeit nicht auch etwas anderes sein? Probleme lösen, gemeinsam Arbeiten, überhaupt erst einmal Fragen stellen und Aufgaben finden? Dabei helfen die Lernprogramme nicht, aber Computer, Tablets und Smartphones und Lehrer, die Schülern helfen, diese als Werkzeuge zu nutzen. Wenn Lernprogramm Lehrern helfen, mehr Zeit zu haben, dann können sei nicht gut genug sein. Aber dann müssen wir auch darüber reden, was die Lehrer mit der gewonnenen Zeit machen. Dann erst fängt die Diskussion um das „Lernen in digitaler Zeit“ an wirklich spannend zu werden. Aber dabei hilft wahrscheinlich so schnell kein Start up aus dem Silikon Valley, die Diskussion müssen wir hier in unseren Schulen führen.

12 von 12

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12von12Nicht nur, dass es in diesem Jahr wieder mehr auf diesem Blog geben soll und wird. Es gibt auch neues. Heute das erste mal 12 von 12. Was das ist, ist hier erklärt.

1/12  – Ohne Worte1/12 - Ohne Worte
2/12 – Pünktlich
2/12 - Pünktlich
3/12 – Dunkel
3/12 - Dunkel
4/12 – Eingang
4/12 - Eingang
5/12 – 2015 in einen Karton gepackt
5 /12 - 2015 in einen Karton gepackt
6/12 – Seminar digital
6/12 - Seminar digital
7/12 – Seminar analog
7/12 - Seminar analog
8/12 – Herbstreste
8/12 - Herbstreste
9/12 – Untergrund
9/12 - Untergrund
10/12 – Übergänge
10/12 - Übergänge
11/12 – Aufwärts
11/12 - Aufwärts
12/12 – Feierabend (abhängen)
12/12 - Feierabend (abhängen)

Mehr Bilderserien 12 von 12 findet ihr hier.

Ein Begriff, den ich nicht mag, der aber die Diskussion um #DigitaleBildung verändern kann

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On the road againKurz vor Weihnachten habe ich auf einer kleinen, feinen Veranstaltung zum ersten mal einen Begriff gebraucht, den ich auch gestern wieder verwendet habe. Wieder auf einer kleinen, feinen Veranstaltung, die wieder nicht öffentlich war.
Ich mag diesen Begriff nicht und das hat Gründe: Er ist zu englisch und er weckt bei vielen unangenehme Gefühle, weil ein sehr ähnlicher Begriff seit Jahren in der öffentlichen Debatte steht.

So, jetzt aber mit der Katze aus dem Sack: Ich habe zweimal von „Digital Mainstreaming“ gesprochen.

Zunächst das Hauptargument, das dagegen spricht: Gerade im Bildungsbereich verdrehen immer wieder Leute die Augen, wenn von Gender Mainstreaming die Rede ist. Dieser Begriff steht dabei für eine bis heute ungelöste Aufgabe, die vielen unter diesem Label auch unbequem ist. Aber: Die Aufgabe des Gender Mainstreaming ist wichtig. Es geht dabei nicht nur um Sprachregelungen und wenn wir bei dieser Aufgabe als Gesellschaft weiter wären, dann wäre es vielleicht auch nicht zu den Ereignissen gekommen, die in der Silvesternacht am Kölner Bahnhof stattgefunden haben. Ereignisse, die mir als Kölner die Schames- und Wutröte ins Gesicht treiben und mir Sorgen bereiten, wenn meine beiden Teenager alleine in der Stadt unterwegs sind. Es geht bei den Übergriffen nicht darum, wie sich „Menschen mit Migrationshintergrund“ verhalten, sondern darum, wie Männer mit Frauen umgehen.

Sieht man es als ungelöste Aufgabe, dann ist die Analogie zwischen Gender und Digital Mainstreaming vielleicht gar nicht so falsch.

Was aber meine ich, wenn ich von „Digital Mainstreaming“ spreche?

Ich glaube, wir denken das Thema Digitalisierung in Bildung (sprich: Schule) oft noch zu klein. Wir sprechend davon, dass wir Kindern und Jugendlichen Medienkompetenz vermitteln müssen und dass wir, „wenn es didaktisch sinnvoll“ ist digitale „oder auch andere“ Medien in Lernprozessen einbauen können. Mit den beiden Einschüben „didaktisch sinnvoll“ und „auch andere“ eröffnen uns und anderen immer wieder Hintertüren zu sagen: In diesem Jahr was das einfach nirgendwo didaktisch sinnvoll und ich habe ja andere Medien verwendet.

Digital Mainstreaming meint einen Perspektivwechsel. In gewisser Weise ist die Zeit vorbei, in der es sinnvoll und / oder ausreichend war, immer wieder tolle Beispiele zu zeigen, um die Potentiale digitaler Medien zu belegen und Akteure auf allen Ebenen aufzufordern, diesen Beispielen zu folgen. Wir müssen vielmehr konsequent überlegen, wie lässt sich eine bestimmte Aufgabe digital lösen.

Eine Anekdote: Es ist schon ein paar Jahre her, da war ich „im ländlichen Raum“ an einer Schule, die auch Notebook-Klassen hat. Ich besuche eine Stunde in einer Notebook-Klasse. Fünf Reihen Tische hintereinander. Beamer an der Decke. Whiteboard. Stahlschränke zum Wegschließen und Aufladen der Notebooks. Ansonsten ein Klassenzimmer wie 100.000 andere auch. An den Inhalt der Stunde erinnere ich mich nicht, aber auf dem Weg zurück ins Lehrerzimmer werfe ich einen Blick in eine andere Klasse. Dort: Tische zu in Gruppen. Regale voller Bücher. Lernplackte an den Wänden.
Ich schaue verwundert und Frage die mich begleitende Schulleiterin, wie das sein kann. Antwort: Naja, wir waren gerade in der Medienklasse. Hier das ist die Klasse für individuelle Förderung.

Und genau da liegt das Problem. Wir denken zu sehr in Sparten. Die Aufgabe für dieses Jahr muss nicht lauten, mehr digitale Bildung. Vielmehr müssen wir immer die Frage stellen, wie wir das, was wir gerade vorhaben auch mit digitalen Medien machen können. Also: Die Arbeit in der Willkommensklasse für Flüchtlinge: Wie können digitale Medien helfen? Die Unterstützung von Kindern mit besonderen Bedarfen: Wie können digitale Medien da helfen? Die Vorbereitung der Klassenfahrt und die Abstimmung darüber mit den Eltern. Wie kann das digital reibungsloser gehen? Jedes beliebige Thema im Fachunterricht. Feedback an die Lernenden? Und und und

Es geht um die Erkenntnis, dass wir aufhören müssen, #DigitaleBildung alles nettes Addon für Technik-begeisterte zu sehen, sondern verstehen müssen, dass nur eine Schule die „digital“ konsquent zu Ende denkt, ihre Aufgaben jetzt und in Zukunft gut machen kann. Und das heißt nicht nur über Ausstattung und Arbeit an Rechnern zu sprechen, sondern auch darüber, wie ich Fortbildungen im Kollegium anders gestalten kann und wie ich die Diskussion über „guten“ Unterricht in der Schule anders führen muss. Wenn wir als Anforderungen an Jugendliche immer wieder postulieren, sie müssen kooperativ und vernetzt arbeiten, dann muss das auch zum transparenten Prinzip in Schulen werden. Auch „unplugged“.

Kölner Doppelpack: lit.COLOGNE und Didacta

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Schnell war sie in diesem Jahr vorbei die lit.COLOGNE. Das kann aber auch damit zu tun haben, dass sich mit der Bildungsmesse didacta überschnitten hat. Die war dankenswerterweise in Köln, so das ein Besuch beider Veranstaltungen problemlos möglich war. Der Rückblick erfolgt daher auch auf beide Events gemeinsam.

Zunächst die Literatur

Mit fünf Veranstaltungen war ich diesmal dabei. Zwei Erkenntnisse:

1. Die Bedeutung der Moderation

Den Anfang machte Martin Suter in den Rheinterassen. Der Saal ist mit immer wieder zu groß und zu hallenartig für eine Lesung, aber wenn ich eben doch dem Massengeschmack folge, dann muss ich eben damit Leben, dass viele Leute neben mir sitzen. Martin Suter hatte es nicht leicht. Er musste sich mit einer Moderation herumschlagen, die wissen wollte, ob er in der edlen Küche seinem edlen Haus denn überhaupt Plastikutensilien habe. Sie wollte mit ihm diskutieren, ob „der Schweizer“ seine Identität denn nun eher aus dem Bankgeheimnis oder aus der Neutralität heraus definiere. Und sie musste vom Publikum deutlich zur Ordnung gerufen werden, als sie nachfasste („Doch doch, unser Publikum interessiert sich für den ganzen Martin Suter!“), wie es ihm denn nach dem Tod seines Sohnes ergangen sei. Obwohl der Autor klar und deutlich geäußert hatte, dass er dieses Thema für einen unterhaltsamen Abend für ungeeignet hielt.

Das geht so gar nicht.

Nach Suter kam McCarten. Hier zeigte die Moderation wie man es machen kann. Sie bot dem Autor eine Bühne und war sachkundige Stichwortgeberin. Ihre Ankündigung nach Lesung und Gespräch über Autor, Buch und Beruf natürlich auch alle wichtigen Fragen zu Leben, Hobby und Marotten zu stellen, war offensichtlich ironisch gemeint. War sie zuvor auch bei Suter gewesen?  Der Autor selbst war erstaunlich zurückhaltend und doch unterhaltsam.

Und die dritte Lesung mit Moderation: Nick Hornby. Knauzig saß der Autor auf der Bühne, kratzte immer wieder seinen kahlen Schädel und hatte Spaß. Spaß am Lesen, am Erzählen, am Wechselspiel mit dem Moderator, der seine Rolle wunderbar ausfüllte. Da saßen zwei auf der Bühne, die vor allem ein Ziel hatten: Gute Unterhaltung abzuliefern. Und das gelang! Unterstützt wurden sie dabei von Hornbys deutscher Stimme. Das wurde in aller bester Hörbuchqualität vorgelesen. Und die hört man ja in manchem Hörbuch noch nicht.

2. Autoren dürfen auch Alleine auf die Bühne

Gleich zwei Veranstaltungen kamen ganz ohne Moderation aus und es ist schön zu sehen, dass es Autoren gibt, die nicht nur Bücher sondern auch Bühnen ausfüllen. Zuerst die Kinderabteilung: KNISTER liest nicht, er erzählt, fabuliert, malt, tanzt, singt, rockt und beantwortet Fragen. Und er lässt es sich nicht anmerken, dass er ein Autor von Weltruhm ist. Vielmehr bringt er seine Freude und fast schon Verwunderung zum Ausdruck, dass er all diese schönen Bücher schreiben, Filme machen und vor allem Kinder immer wieder treffen darf. So sieht aktive Leseförderung aus!

In der Erwachsenenabteilung Wolf Haas. Eine Ein-Mann-Show mit einer ordentlichen Portion Selbstironie. Bisher habe ich noch keinen Autor erlebt, der auf der Bühne Leserpost (aus Internetforen) vorliest, die bescheinigen, dass er nur des Geldes wegen schreibt und obendrein noch schlechte Bücher. Die LitCologne-Macher hätten ihn nicht aufs Boot setzen müssen. Da wäre auch so keiner gegangen.

In zehn Jahren ist sie groß geworden die Lit. Sie gehört in den kölschen Jahreszyklus irgendwo zwischen Karneval und Spargelzeit… Ostern nicht vergessen, Herr Kardinal. Sie ist beständiger als der FC und (meist) pünktlicher als die KVB. Und bei all der Atmosphäre vergibt man ihr auch Thalia. Wer nachhören will: http://www.wdr.de/radio/home/podcasts/channelausspielung.phtml?channel=litcologne

Und nun noch die Bildungsmesse

Die größte war es wohl, mit über 100.000 Besuchern. Beeindruckend. Schwimmnudeln gab es dieses Jahr keine. Jedenfalls nicht kostenlos. Dafür Fähnchen. Weiß der Henker, was man damit macht. Aber ich habe Leute gesehen, die stolz dicke Bündel davon nach Hause schleppten. Beeindruckend. E-Learning, digitale Medien im Unterricht. Entweder waren sie kein Thema oder das ganz große Thema. Wie man das sehen will. Interaktive Whiteboards waren der Renner, wie schon im letzten Jahr. „Prima, da hab ich wieder alles im Griff und bin trotzdem modern!“, sagt der eine, der andere: „Teuer sind sie ja schon, aber so kann ich die Schüler nochmal so richtig beeindrucken.“ Das sind Anfänge, aber keine Ziel. Würde ich mal sagen.

Der Lehrstuhl war ebenfalls mit einem Stand vertreten. Der lag zwar ein wenig in der Ecke, aber gleich am Forum E-Learning, war klar und übersichtlich gestaltet und wurde – und das kann sicher nicht jeder Stand von sich behaupten – immer wieder gezielt angesteuert. So macht Standdienst Spass, wenn nicht einfach nur Gummibärchen, Fähnchen (!) und Messerabatte abgegriffen werden, sondern wenn Leute kommen und sagen: Gut, dass ich Sie gefunden haben, ich interessiere mich für Ihren Studiengang und habe da mal ein paar Fragen.

Wo man so überall rein gerät!

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So, der Nubbel ist verbrannt, wenden wir uns wieder den wesentlichen Dingen des Lebens zu! 😉

Nun gehöre ich also auch zu den Beforschten. Rolf Schulmeister hat mich ausgehend von Gabi Reinmanns Blogroll als Edublogger identifiziert, in ein paar Grafiken eingebaut und dann als irrelevant (zu wenige Beiträge, zu wenige Kommentare) wieder aussortiert. So kann es gehen.

Wie reagiert man denn nun darauf? Fühle ich mich geehrt, weil beforscht? Bin ich beleidigt, weil aussortiert? Einsam, weil natürlich auch nicht zum Kreise der Nicht-Beforschten gehörig?

Ich habe mich erstmal gefragt, ob ich den zum Untersuchungszeitraum überhaupt Edu-Blogger war. Da sich fünf der zehn Artikel im Untersuchungszeitraum mit „Edu-Themen“ beschäftigen, ist die Zuordnung wohl berechtigt. Auffällig aber, dass vier dieser fünf Artikel bereits im April erscheinen, einer dann im Juli. Dazwischen nicht nur zu Edu-Themen überwiegend Schweigen. Wie das? Ich habe meinen Blog auch als Teil meiner beruflichen Aufgaben bei meinem damaligen Arbeitgeber gesehen, über meine Projekte auf unterschiedlichen Kanälen zu berichten. Das ich dies nicht in einem „Projektblog“ sondern einem „privaten“ Blog tat, war eine bewusste Entscheidung, die so auch Konsens war. Personelle Veränderungen führten dazu das dieser Konsens nicht mehr vorhanden war und „dienstliches“ bloggen im „privaten“ Blog nicht mehr gewünscht war. Verklausuliert habe ich das auch ein paarmal in Blogbeiträgen thematisiert. Da die Sache aber eskalierte und ich dann doch eher auf Burgfrieden aus war, habe ich dann eben weniger bis gar nicht mehr gebloggt. Beruflichen Rahmenbedingungen ist es also geschuldet, dass ich von Rolf Schulmeister „aussortiert“ wurde. Also, kein Grund beleidigt zu sein und da alle am damaligen „Redeverbot“ beteiligten heute beruflich andere Wege gehen, gibt es auch hier keinen Grund für nachtragenden Groll. Andersherum war aber der Aufsatz Anstoß, noch einmal über die damalige Situation nachzudenken und auch darüber zu schreiben, denn sie ist auch ein Teil der Geschichte der Kommentarkultur.

Aber zurück zum Beforscht-werden. Über den Artikel selbst ist schon viel geschrieben worden. Von den Beforschten und den Beleidigten. Was mir in der ganzen — tja ist das nun eine Diskussion — in den ganzen Kommentaren auffällt: Die Blogosphere verteidigt sich. Sie tut dies sachlich argumentieren, aber auch unsachlich und polemisch. Beides erscheint mir gerechtfertigt, denn auch der Stein des Anstoßes ist meist sachlich, aber eben auch manchmal polemisch. Das polemische betrübt mich ein wenig, denn es dient auf beiden Seiten nicht der Sache. Würde ich als außenstehender Journalist über die Diskussion der letzten Tage schreiben müssen, die Überschrift

Neue Flügelkämpfe zwischen Realos und Fundis der deutschen Bildungswissenschaften

würde sich geradezu aufdrängen. Aber auch die „Verteidigungslinie“ mutet bizarr an. Ich versuche das mal Ganz einfach:

  • Es wird behauptet, Blogs seien toll, weil jeder einfach veröffentlichen können und Veröffentlichungen einfach (!) kommentieren können.
  • Eine Untersuchung zeigt, dass es mit der Kommentarkultur nicht weit her ist.
  • Und plötzlich geht es nicht mehr darum, dass Kommentieren einfach (!) ist, sondern dass das Ganze eine hoch komplexe Angelegenheit ist, die sich nicht nur über verschiedenste Online-Dienste erstreckt, sondern auch noch im realen Leben ihre Fortführung findet.
  • Und auch diese Erklärung zerfasert über eben diese zahlreichen Online-Dienste. Tenor aber bleibt: Das Ganze ist toll und bringt uns nach vorne.

Einerseits stimme ich der Gegenargumentation ja in vielen Punkten zu und kann sie aus eigenem Erleben (!) bestätigen. Aber vermisst habe ich ihn schon, den kleinen Moment des Innehaltens bevor der Sturm losbrach. Denn das scheint mir dieser Tanz im Web während der tollen Tage doch – leider – auch zu zeigen: Anschlussfähig ist das für viele im Bildungsbereich, die wir doch von den Ideen und Möglichkeiten des Web 2.0 begeistern wollen nicht mehr. Oder?

Und wer ist jetzt Schuld?

Der Nubbel!

Daher wurde er auch soeben den Flammen übergeben.

PS: Ich verzichte hier einmal bewusst auf Links. Die würden an dieser Stelle nur verwirren, könnten lange nicht mehr vollständig sein. Aber wir sind ja in kleinen Kreisen unterwegs und wissen wovon wir sprechen.