Wir müssen reden

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Das Land NRW hat eine Initiative auf den Weg gebracht, die sich dem „Lernen im digitalen Wandel“ widmet und diesen in allen Bildungsbereichen gestalten so. Ziel ist es ein allgemein verbindliches Leitbild des Landes zu entwicklen. Der erste Schritt war eine Online-Diskussion in einer eigens eingerichteten Plattform, auf der alle Interessierten von Mitte November bis Mitte Januar diskutieren konnten. Inhaltlich haben die Beiträge ein breites Spektrum abgedeckt. Eine Diskussion kam aber kaum auf lediglich einzelne Beiträge erhielten Kommentare. Allerdings: Der Dialog fand weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Im Themenforum „Schule“ finden sich insgesamt 224 Interaktionen. Davon sind 43 eigenständige Beiträge, 54 Kommentare und 127 Bewertungen. Stellen wir diese Zahl einfach mal in Relation zur Zahl der Lehrkräfte in NRW (im Schuljahr 2014/15: 194.800) dann haben sich 0.1 Prozent der Lehrkräfte in NRW am Dialog beteiligt. Doch halt: Alle Interessierten waren eingeladen. Also auch die 2.547.676 Schülerinnen und Schüler – und mindestens ein Elternteil. Schon schrumpft die Beteiligung auf 0,0046 %. Kann man da noch von Beteiligung sprechen?

Und was bedeutet das? Ist das Thema Lernen im Digitalen Wandel nicht relevant? Ist es ein Nischenthema für wenig Nerds (auf der einen) und bewahrpädagogisch besorgte Eltern auf der anderen Seite?

Eine Beobachtung: Viele, denen ich von dem Online-Dialog berichtet habe, wussten nichts davon. Viele von diesen Menschen waren interessiert, wollten mehr wissen, einige haben sich dann auch beteiligt und finden sich unter den 224 Interagierenden. Was aber nachdenklich stimmt: Viele von diesen Menschen mit denen ich gesprochen habe, waren Verantwortliche in Schulen und Kommunen und dort die, die sich für das Thema „Digitale Bildung“ einsetzen.

Die Idee hinter „Bildung 4.0“ ist grandios. Wir brauchen einen breiten gesellschaftlichen Diskurs, darüber was Lernen im digitalen Wandel sein kann, soll, muss. Aber wir müssen mehr darüber reden und wir müssen das immer wieder und öffentlich tun. Nicht nur in den Foren, in denen es im digitale Bildung geht, sondern überall:

  • Wenn irgendwo über individuelle Förderung gesprochen wird, müssen wir uns einmischen und sagen: Das geht gut mit digitalen Medien.
  • Wenn irgendwo über den MINT-Unterricht gesprochen wird, müssen wir uns einmischen und sagen: Das geht gut mit digitalen Medien.
  • Wenn irgendwo über Integration von Flücktlingen durch Teilhabe an Bildung besprochen wird, müssen wir uns einmischen und sagen: Das geht gut mit digitalen Medien.
  • Wenn über Lernen gesprochen wird, müssen wir uns einmsichen und sagen: Lernen heute ist lernen im digitalen Wandel.

 

 

 

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