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When the killing’s done – Rückblick auf die OERde14

Zum zweiten Mal hatte die Wikimedia zur OERde nach Berlin eingeladen. Wieder hat Jöran das Programm zusammengestellt und wurde von Guido und anderen beim Barcamp unterstützt. Ich bin mit immer noch nicht sicher, ob ich die Kombination von Konferenz und Barcamp gut finde – wenn ich drüber nachdenke. Wenn ich da bin und die Vielfalt erlebe, bin ich begeistert und fasziniert.

Aber zum Inhaltlichen: Wir haben da ein paar wichtige Schritte nach vorne getan. Immer noch prallen zwei Welten aufeinander. OER-Aktivisten fordern Freiheit für alle Materialien – und wollen dafür staatliche Alimentationen. Verlagspatrone sehen den Untergang der Bildungsverlag und im Gefolge der schulischen Bildung und des christlichen Abendlandes gekommen, wenn OER sich verbreitet und gefördert wird. Und immer noch wird OER als Motor für pädagogischen Wandel gesehen. Das ist das plakativ.

Dazwischen aber werden immer mehr Zwischentöne hörbar. Nicole Allen stellt den Gegensatz von OER und Verlagen auf den Kopf, wenn sie sagt, wir bräuchten OER auf denen dann Verlage ihre Produkte aufbauen und auch Geschäfte machen können und dürfen. Mark Rackles stellte die Idee einer OER-Landesinitiative vor, die nicht versucht, dass Schulbuch zu erfinden, sondern die ER im Land sichtbar zu machen, die schon immer entstanden sind und denen nur das O hinzugefügt werden muss, um sie nicht nur für andere nutzbar zu machen, sondern auch einen Beitrag zu leisten, dass sich eine Kultur der Offenheit und des Teilens überhaupt erst entwickeln können, die für pädagogischen Wandel wichtig wären. Da werden Ansätze erkennbar, da ist nicht mehr die Aufbruchstimmung, die im letzten Jahr spürbar war, sondern da waren viele auf dem Weg.

ScheinkonkurrenzUnd so erklärt sich dann auch der Titel zum Post: Wir habe in unserem Vortrag (man sagt wohl heute: Talk) das Beispiel des Island-Fox gebracht, der scheinbar von ausgewilderten Schweinen aus einem Lebensraum, der Insel Santa Crux im Pazifik vor Los Angels vertreiben wurde. Tatsächlich war es aber der Weißkopfseeadler, der ausstarb, weil er gejagt und mit DDT vergiftet wurde und das Habitat so dem Steinadler überließ. Der wiederum jagte den Fuchs. Die Konkurrenz zwischen Füchsen und Schweinen in einem Ökosystem ist das erste so belegte Beispiel einer Scheinkonkurrenz. Nachzulesen ist das alles bei T.C. Boyle in dessen Roman „When the killing’s done“.

Es gab deutliche Anzeichen, dass eine Scheinkonkurrenz, die die Diskussion in der Vergangenheit wenn nicht bestimmt, so doch überschattet hat, erkennbar wird. Damit öffnet sich mehr und mehr die Tür auf der OERde15 offen und konstruktiv über ein Zusammenspiel der verschiedenen Akteure zu diskutieren. Nicht um OER voranzutreiben oder Verlage zu erhalten, sondern um zu klären, wie in Zeiten der Digitalisierung gelernt werden kann.

Und dann folgen wir Jan Neumanns Idee:

Neumann-OERde14

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