Monats-Archive: November 2009

Denkwerk

Unser noch junges Team vom “Schülerkolleg Pädagogik” macht sich am vergangenen Freitag auf den Weg nach Stuttgart. Dort fand das 4- Denkwerksymposium statt, auf dem sich die verschiedenen Projekte des Denkwerks präsentierten. Wir stellten im Rahmen einer Posterausstellung unsere Idee und Konzept vor. Schüler, die an Projekten teilnahmen, die bereits fortgeschrittener sind, stellten in Vorträgen ihre Ergebnisse vor. Und das war schon beeindruckend! Die Schüler haben ein enormes Fachwissen erworben, haben Einblicke in das Uni-Leben bekommen und waren in der Lage, ihr Wissen souverän vor einem großen Auditorium zu präsentieren.

Noch spannender aber waren die zahlreichen Gespräche mit den Schülern am Rande. Hier wurde schnell deutlich, dass sie ein großes Interesse an der Zusammenarbeit hatten, bereit waren, sich engagiert in die Arbeit einzubringen, aber auch klare Forderungen nach Unterstützung stellten – sowohl an die Materialien, die Studenten, die in einigen Projekten als Bindeglied aktiv sind, aber auch an die Wissenschaftler und Professoren.

Ein Schüler brachte es auf den Punkt: Das Programm soll ja den Sprung von der Schule an die Uni erleichtern. Wenn das aber ein Sprung ins kalte Wasser ist, dann hilft das wenig, wenn er einfach ein paar Jahre früher passiert. Es wäre schon nett, wenn Sie uns auf dem Weg in die Uni ein wenig begleiten würden.

Wir werden es beherzigen! ;-)

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Zugbegleiter

Bereits seit einiger Zeit hat der Wissenschaftszug 2009, den Frau Schavan auf die Reise durch die Republik geschickt hat einen Materialordner für Lehrerinnen und Lehrer mit an Board. Der Ordner wird auch auf anderen Veranstaltungen des Wissenschaftsjahres verteilt. Ich erwähne das hier, weil ich die Anfänge dieses Ordners noch miterlebt und gestaltet habe. Es war damals (im Mai !!! ) gar nicht so einfach die sehr in die Zukunft gerichteten spannenden Themen mit den Anforderungen des heutigen Unterrichts in Einklang zu bringen. Aber es ist gelungen und nun liegt das Produkt vor: ein dicker Ordner voll Unterrichtsanregungen sortiert in acht Kapitel. Und ein schönes Beispiel, wie man auf der Erde für den Himmel trommeln kann. Also mit Papier für’s Netz werben.

Lebenswelt
Die Welt verstehen
Neue Technologien
Neues Lernen

Erwähnen muss ich noch, dass die Arbeit mit dem Projektteam des Wissenschaftsjahres viel Freude bereitet hat. Die Arbeit war von sehr klarer Kommunikation, gemeinsamen Visionen und realistischen Zielen geprägt. :-)

So langsam sind nun alle “Produkte”, die ich an  alter Stelle noch mit auf den Weg gebracht habe da. Zwei fehlen noch…

Wer einen Ordner haben will: Bis zum 18.11. läuft eine Verlosung.

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Des Vaters liebster Sohn

Während es für die meisten Anwesenden auf der Herbsttagung der Kommission Medienpädagogik in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften wohl eine Art Klassentreffen war, eine Station auf dem Weg durch den Tagungsherbst, war es für mich die erste Tagung dieser Art seitdem ich in Duisburg bin. Und war es ein Kulturschock? Nicht wirklich! Ich musste mir nur immer wieder klar machen, wem diese Tagung nutzen sollte. Der Schule, über die in fast allen Vorträgen gesprochen wurde? Eher nicht! (Dazu auch ein Beitrag hier.) Der Wissenschaft, die in Schule hineinschaut und forscht? Sicher! (Hier weiterlesen.) Und – wenn ich das aus meiner Perspektive beurteilen kann -  diese Zielgruppe bediente die Tagung recht gut. Ich habe jedenfalls eine Menge darüber gelernt, wie andere ihre Studien anlegen und die “im Feld” erhobenen Daten dann weiterverarbeiten. Wenn in einigen Beiträgen die Vortragenden dann selbst verwundert vor ihren Ergebnissen standen, dann hatte ich häufiger die Vermutung, dass es daran lag, das der Blick zu eng auf “Technik im Unterricht” gerichtet   war. Da, wo der Blick weiter wurde und es um “Schulentwicklung und Medien” ging, wurden – aus meiner Sicht – Zusammenhänge deutlich.

Verwundert hat mich dann aber doch die immer wieder “aufflammenden Grabenkämpfe” (so nannten das einige) zwischen Medienpädagogik und Mediendidaktik, die ich nicht wirklich verstanden habe. Ich würde es auch eher eine Art Alleinvertretungsanspruch der Medienbildner für die Medienpädagogik als Ganzes und damit die Ausgrenzung der Didaktik wahrnehmen.So mancher medienaffine Lehrer wurde seinem weniger digital veranlagten Kollegen das ganze wahrscheinlich so erklären:

  • Es geht darum, den Kinder beizubringen, was digitale Medien sind und wie man die neue Technik bedient. (Informationstechnische Grundbildung)
  • Dann geht es darum, diese Technik zum Lernen nutzen kann. Wie Lehrer also mit Hilfe dieser “neuen” Medien im Zusammenspiel mit “alten” Medien, Lernmaterialien   oder – szenarien schaffen, die den Fachunterricht bereichern. Also das Lernen mit Medien. (Mediendidaktik)
  • Und schließlich geht es darum, etwas drüber in Erfahrung zu bringen, wie diese Medien wirken und unser Leben verändern. Was es für den einzelnen bedeutet, wenn er sich dieser Medien bedient. (Medienerziehung)

Und das alles, würde der Kollege zusammenfassen, nennt man dann Medienbildung, die von Medienpädagogen betrieben wird.

Die Diskssion, die nun geführt wurde, war – so schien es mir manchmal – der nicht unähnlich, die die drei Söhne führten, über die Frage, welcher Sohn dem Vater am liebsten sei.

Der medienaffine Lehrer im Lehrerzimmer würde wahrscheinlich der Meinung sein,

  • dass ITG am besten im Fachunterricht thematisch eingebunden wird, damit z.B. beim Erlernen, wie man gute Präsentationen erstellt, nicht inhaltsleere Medienfeuerwerke entstehen, sondern (Fach-)Inhalte medial gut aufbereitet werden.
  • dass Lernszenarien bis auf die einzelne sehr konkrete Unterrichtsstunde gestaltet sein wollen und fachspezifische Besonderheiten berücksichtigen müssen. Dem Mathematiker ist seine dynamische Mathematik, dem Geographen sein GIS zunächst näher als das große LMS. Wenn aber alles gut Zusammengefügt wird, dann kann anderes Lernen mit Medien stattfinden.
  • dass schließlich das Lernen über Medien zielgerichtet sein sollte darauf, Medien souverän zu nutzen. Und auch da böte sich wohl wieder der Fachunterricht an, damit der Geschichtslehrer vermittelt, wie man (Internet-)Quellen sachkundig auf ihre Qualität überprüft, der Geographielehrer zeigt, wie man Karten und Statistiken liest und erkennt, wie damit auch manipuliert wird und der Deutschlehrer und der Politiklehrer und und und

Fazit: Es scheint gut und richtig zu sein, dass sich die Wissenschaft auf Tagungen mit sich beschäftigt und um ihre Qualitätsstandards kümmert. Ich fand die Tage in Dortmund daher auch sehr informativ und anregend. Ich glaube aber auch, dass es wichtige ist die unterschiedlichen Richtungen  unter dem Dach der Medienpädagogik gleichberechtigt und integrativ voranzutreiben. Dies würde dann wahrscheinlich auch dem Lehrer weiterhelfen, der seinen Unterricht “modern” gestalten will. Und Vorschläge hierzu gibt es ja auch aus der Mediendidaktik.

Man möge mir an dieser Stelle verzeihen, nur von Lehrern, Schülern, Vätern und Söhnen gesprochen zu haben – ich wollte in diesem Fall schlicht die Analogie zur literarischen Vorlage waren. ;-)

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