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Is Google Evil?

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Nach dem nur wenig subtilen Werbblog-block der letzten Woche ist nun an der Zeit, die kleine Google-Serie zu beenden. Auch wenn der erste Teil nur wenig Scrollradbewegungen weiter unten steht, gibt die mir Werbepause aber die Gelegenkeit für einen kleinen „Was-bisher-geschah“-Einspieler.

Also:

Ausgangspunk war die Frage: Warum googles Angebote auf dem deutschen Bildungsmarkt keinen Anklan finden. Ich habe die Vermutung geäußert, dass es die Angst davor ist, dass googel vielleicht unachtsam mit den Daten seiner User umgehe, ohne das diese darauf Einfluß hätten. Meiner Meinung nach aber basiert das Geschäftsmodell eben auf einem achtsamen Umgang mit Daten, gleichwohl aber auf deren Auswertung zu Werbzwecken. Der wesentliche Unterschied: Im ersten Fall wäre der User dem Treiben des Datensammlers hilflos ausgeliefert, im zweiten Fall könnte er eventuell davon provitieren.

Wie auch immer. Das Ganze leitete etwas weg von der Frage der google’schen Bildungsangebote. Denn die sind komplett werbefrei. Und Sie sind gut. Was mich besonders beeindruckt: Viele der Werbzeuge sehen aus, als wäre der Designer auf halbem Wege durch einen Praktikanten ersetzt worden. Wo andere einen Riesenaufwand treiben bunte und hilfreich Buttons und vermeintlich userfreundliche Navigationen aufzubauen, herrscht bei google Schlichtheit. Und die lässt sich erstaunlich intuituv bedienen, flexibel nutzen und leicht administrieren.

Doch warum dann die Zurückhaltung. Meine Vermutung (neben der Angst vor der Datengier): Die Angst vor dem Unbekannten. Und da geht es denn gar nicht so sehr um google. Da ist google, wie Mircosoft nur Stellvertreter. Es geht, so vermute ich darum, dass mir als Lehrer die Sicherheit genommen wird, dass Geschehen zu überblicken, zu wissen, was passiert. Bin ich auf der schuleigenen Plattform unterwegs, kann ich mich wenigstens dem (Irr-)Glauben hingeben, alles im Blick zu haben. Schöner als ich dies Angst vor dem Unbekannten und den Gefahren des Internets hätte beschreiben können, hat dies Nancy Shui-Yen Cheng vom E.M.A. in Bonn getan. Und damit auch gleich den Ausweg aufgezeigt. Denn die vielschichtige, selbstkritische und unaufgeregte Auseinandersetzung der Lehrerin mit den (vermeintlichen und realen)  Gefahren und Untiefen des Internets ist der „Weg aus der Krise“ (um noch einmal einen Slogan der letzten Wochen zu missbrauchen, der nun mehr in der Versenkung verschwinden wird). Nur so kann aus dem Fremden Vertrautes werden. Das ist wahrscheinlich ein schwieriger, langer Weg, bei dem behutsam jeder Schritt erst nach festen Stand tastet, aber er ist gangbar.

Und für den jenigen, der diesen Weg gegangen ist, verlieren auch große Anbieter ihre Stellvertreterfunktion und ihre Angebote können neu bewertet werden, vor allem unter dem Aspekt: Was nutzen sie mir und meiner Einrichtung und dann komme ich zu neuen Ergebnissen und dann steht da eher „google is education“.

N.B.: Eine kleine Hürde gibt es dann doch noch zu nehmen: All die Betreiber kleiner Server in Schulen und bei Schulträgern lieben ihre Server. Und auch ich pflege eine Website lieber mit Drupal als mit google sites. Einfach weil es mir Spaß macht, Module auszutesten und in Skripten rumzufummeln.

2 Gedanken zu „Is Google Evil?

  1. Liebe Blogger, liebe
    Nancy, lieber Richard
    Ich bin es nicht gewohnt, an Gesprächen teilzunehmen, bei denen die Gesprächsteilnehmer sich verstecken hinter einem erfundenen Namen. Die Anonymität ist es, die mich abhält, hier mitzumachen. Personen reden miteinander, nicht Phantome. Oder bin ich zu dumm, die Identität eines Richard zu erkennen?
    gruß werner dreesen

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