Zu viele Ausländer!

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Seit fast 20 Jahren lebe ich mit einer Unterbrechung von 2 Jahren, in der ich „im Ausland“ war in Köln. Ich lebe sehr bewusst hier. Ich mach diese Stadt. Wegen ihrer Weltoffenheit, wegen ihrer Provinzialität. Ich mag das Viel-Völker-Gemisch, das sich hier im Laufe von zwei Jahrtausenden zusammengebrodelt hat und zu dem auch in den letzten Jahrzehnten immer wieder neue Facetten hinzugekommen sind. Ich mag Köln trotz Pro Köln und weil die Stadt gelassen, aber klar mit dem Phänomen umgeht.Meine Kinder gehen zwar auf eine katholische Grundschule. Das katholische zeigt sich vor allem im Namen. Im Schulalltag und dankenswerterweise auch im Religionsunterricht sind viele Nationen und Religionen vertreten. Eben genau die Mischung, wegen der ich eben nicht in Bonn oder Bergisch Gladbach wohne.

Doch zur Sache:

Meine älteste Tochter wechselt im Sommer auf die weiterführende Schule. Ende letzter Woche lernten sie an einem Nachmittag ihre neue Klasse und die Klassenlehrerin kennen. Während die Kinder sich schon ein wenig miteinander vertraut machten, gab es für die Eltern Kaffee und Kuchen. Ich unterhielt mich nett mit dem Vater eines Jungen, der mit meiner Tochter von der Grundschule auf das gleiche Gymnasium wechselt. Ihn traf ich heute auf dem Markt am Gemüsestand und es kam zu folgendem Dialog:

Er: War schön letzten in der Schule. Oder? Gut das die jetzt wissen, mit wem sie in eine Schule gehen. Da können sie besser Ferien machen, im Sommer.

Ich: J, stimmt. Ich finde, die haben aber auch beide sehr nette Klassen erwischt. Wenn man das so nach einer Stunde sagen kann.

Er: Ja schön, aber findest du nicht, dass da auch zu viele Ausländer drin sind?

Ich: ???

Ich: ???

Ich: Nicht wirklich. Oder Karim, was meinst DU mit „Ausländern“?

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