Girls`Day

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Nun denn, die Mädels in den Beruf, in die „klassischen“ Männerberufe, in die Technik-Berufe. Da müssen wir Chancen aufzeigen und Familie und Beruf kompatibel machen. „Emol im Johr!“ – wie der Kölner singt.

Bei näherem Hinsehen fallen aber ein paar Ungereimtheiten auf:

  • Es ist immer wieder Frau von der Leyen, die als Beispiel angeführt wird, dafür wie sich eine glänzend Karriere mit einer Familie verbinden lassen. Gestern am Girls‘ Day hatte ich mehrere Gespräche mit Frauen, die erfolgreich im Beruf waren und Frau von der Leyen erwähnten. Sie erzählten auch von ihren Patenkindern, Nichten, Neffen, den Kindern von Freundinnen. Nicht aber von ihren eigenen Kinden.
  • Manager fordern den Ausbau der Kinderbetreuung, vor allem den Kleinsten, damit Frauen bruchlos ihre Karriere fortsetzen können.
  • Erzieherinnen aus diesen Gruppen berichten, dass sie in personell unterbesetzten Gruppen mit Unter-2-Jährigen mit nichts anderem mehr beschäftiget sind, als mit Windelnwechseln. Sie berichten auch, dass es viele gute Angebote für Betreuungseinrichtung gibt. Aber dazu kommen sie erst, wenn die Windeln sauber sind.
  • Ganztägige Kinderbetreuung wird angeboten. Von 8 bis 16 Uhr. Dienstbeginn im Beruf: sagen wir 8 Uhr. Wegstrecke Wohnung-Kindergarten 10 Minuten, Wegstrecke Kindergarten-Büro 30 Minuten. Tägliche Arbeitsteit 7,5 h. Mintagspause 30 min., wöchentliche Überstunden 3. Irgendjemand im Raum, der rechnen kann.
  • Oder anders herum: Irgendjemand im Raum, der denken kann? Fragen wir mal Herrn Spitzer, über die Bedeutung von Familienleben in der frühkindlichen Entwicklung.
  • Der Anteil der Väter, die Verantwortung übernehmen, soll gesteigert werden. Also: 2 Monate Erziehungsurlaub. Ups, nein, Elternzeit. Danach ist die Mutter froh, den Störenfried aus dem häuslichen Alltag wieder los zu sein und das Unternehmen, freut sich über die zurückgewonnene Arbeitskraft.

Kann es sein, dass es hier nicht darum geht, Familie und Beruf kompatibel zu machen, sondern darum, Familie so zu gestalten, dass sie das Arbeitsleben möglichst wenig stört?

Bevor ich mich jetzt hier in Rage schreibe: Das Grundgesetz sieht in der Familie ein schutzwürdiges Gut. Wir sollten sie schützen und würdigen. Ich weiß, dass ich mich mit solch einem Satz der Gefahr aussetze, in eine Ecke gestellt zu werden, in der ich mich ganz und gar nicht wiederfinden möchte, denn ich bin der Meinung, Familie und Beruf lassen sich verbinden, Für Männer und Frauen. Väter können Verantwortung in der Familie übernehmen und gute Arbeit leisten. Familien sind darin geübt, sich täglich neuen Betreuungsherausforderungen zu stellen, sie zu meistern und sich darüber auch gemeinsam zu freuen.

Wir reden so wunderbar viel von Nachhaltigkeit. Könnte es sein, dass eine nachhaltige Familienpolitik dem Wohlstand kommender Generationen dienlicher wäre, als die Verwaltung des Mangels?

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