Das Ende der Kreidezeit

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Die Kreidezeit endet vor ca. 65 Millionen Jahren. Ihr Ende markiert auch gleichzeitig das Ende der Herrschaft der Dinosaurier. Ob das plötzliche Aussterben dieser Tier durch den Einschlag eines Meteoriten ausgelöst wurde oder durch einen Klimawandel ist nicht unumstritten. Aber erst das Aussterben der Riesenechsen machte den Siegeszug der Säugetiere, die bis dahin ein Schattendasein als kleine Nesträuber geführt hatten, und damit auch die Entwicklung des Menschen möglich

Wie ich darauf komme? Bei meiner privaten, sonntäglichen Zeitungslektüre fiel mir auf, dass das Bild vom Ende der Kreidezeit immer häufiger im Bezug auf die Schule verwendet wird. (z.B. hier, hier, hier, hier, hier  und hier.) Und derartige Massenphänomene machen mich ja stutzig.

Als ich noch regelmäßig unterrichtete, tat ich dies an verschiedenen Institutionen, an vielen waren damals (nicht interaktive) Whiteboards Standard, Tafeln auf denen man mit Farbstiften schreiben konnte. Das war sehr anschaulich, wenn man sich die Mühe machte, Farben auch als Bedeutungstragende Elemente zu verwenden. In anderen Klassen hatte ich nur einen OHP. Das empfand ich immer als mühselig, Ständig kurbelte man vor und zurück, war von der Lampe geblendet und bekam die richtigen Proportionen nicht hin. Im Einzelunterricht arbeiteten wir häufig mit FlipCharts. Und an der Uni mit Kreidetafeln. Die Hände waren nachher immer staubig trocken und ich habe mir irgendwann angewöhnt, zum Unterricht an der Uni keine schwarzen Klamotten mehr anzuziehen. Ich würde aber behaupten, dass die unterschiedlichen Präsentationsmedien damals wenig Einfluss auf meinen Unterricht hatten. Anders war dies nur, wenn ich parallel zum Klassenzimmer auf Computerräume, Bibliotheken, Mediatheken oder Selbstlernzentren zugreifen konnte. Beamer oder gar interaktive Whiteboards waren damals weit entfernt.

Doch zurück zum Bild vom Ende der Kreidezeit. Wenn ich das viel bemühte Bild ernst nehme und zu Ende denke, dann muss ich fragen:

  • Wer sind heute die Dinosaurier?
  • Und wie sähe eine intelligente Weiterentwicklung aus?

Die nächste Frage wäre:

  • Was führt zum Aussterben heutiger Dinosaurier?
  • Wo ist der Meteorit?
  • Wo der Klimawandel?

 

Und schließlich:

  • Wenn das Aussterben der Dinos letztlich auch deren intelligente Weiterentwicklung verhindert, wo sind dann die kleinen Säuger, die zurzeit noch ein Schattendasein als Nesträuber fristen, langfristig aber die Herrschaft übernehmen?

Fragen über Fragen, über die die geneigte Leserin, der geneigte Leser beim Osterspaziergang nachdenken mag.

2 Gedanken zu „Das Ende der Kreidezeit

  1. Ich habe gar nichts gegen das Ende der Kreidezeit, nur etwas gegen das tatsächlich viel bemühte Bild. Als Dinosaurierfreund seit frühesten Jugendjahren will ich eine Lanze brechen für unsere missverstandenen reptilischen Freunde: Evolutionär sind Säugetiere, vom Menschen abgesehen, nicht sehr erfolgreich, die Zahl ihrer Arten geht zurück. Bislang sind die Dinosaurier die große Erfolgsstory – so viele Millionen Jahre müssen die Säugetiere, auch der Mensch, erst mal durchhalten.

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