Extase

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T.C. Boyle, Susanne Weingarten und Gerd KösterVor Jahren war ich auf der LitCologne beim kulinarischen Quartett. Es gab Kuttelsuppe, die mir tagelang aufstieß und bis heute bedauere ich, dass Vincent Klink damals krank war.

Gerettet haben seinerzeit Denis Scheck und Frank Schätzing den Abend. Gestern, auf der letzten Veranstaltung der letzten einstelligen LitCologne tat es ein Amerikaner dem Kölner gleich.

T.C. Boyle war zu Gast. Das der Amerikaner gute Bücher schreibt, ist bekannt. Er hat aber nicht nur einen Abend voll guter Unterhaltung geboten. Er hat auch immer wieder klar gemacht, dass ihm eben diese Aufgabe sehr bewusst war. Er war nicht eingeladen, um über die Höhen und Tiefen der Literatur zu sprechen, um bedeutungsvoll zu sein, um sich in der Landschaft der amerikanischen Literatur des 20. und 21. Jh. zu verorten. Er war da, um gute Unterhaltung abzuliefern. Das tat er. Und eben das gab im die Gelegenheit, über die Höhen und Tiefen der Literatur zu sprechen, bedeutungsvoll zu sein und vieles mehr. Auch um immer wieder über Frau Boyle zu sprechen und klarzusrtellen, dass Literatur nur dann ernsthaft sein kann, wenn sie auch zum Lachen ist, unernsthaft ist.

Am Gelingen des Abends hatten aberauch noch andere ihren Anteil. Gerd Köster lieh dem Meister aus Amerika seine deutsche Stimme. Schade, dass dieser Auftritt nur kurz war. Eine grandiose Leistung brachte aber Susanne Weingarten, die für Herrn Boyle eine brilliante Stichwortgeber und perfekte Übersetzerin war. (Auch wenn man sich die Zeit hätte sparen können – die Lacher an den richtigen Stellen zeigten deutlich: Das Publikum verstand auch den englischen Dialog.

Und wieder ist sie zu schnell vorbei, die LitCologne. Den Machern sei für eine schönes Festival gedankt. Dem Blog sei mehr Leben gewünscht. Und – jaja, die Sponsoren sind wichtig und wer mehr zahlt ist dabei, aber die Mayersche hat einfach mehr Atmosphäre mitgebracht als Thalia.

Wer nachhören will, was in Köln los war: Eine Reihe Veranstaltungen der lit.Cologne und der lit.Kid sind als Podcast verfügbar.

Erklärungsbedürftig ist noch der Titel des Beitrages, der wieder nur darauf abzielte, Leute auf diese Seite zu locken. Auf die letzte Frage von Frau Weingarten, wie er jemanden der weder ihn noch seine Bücher kenne, davon überzeugen wolle, das aktuelle Buch (The Women) zu lesen, antwortete T.C.: Well, everybody should enjoy extasy atleast once in his live.  …

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