Geschichte wiederholt sich

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1815 brennt das Kloster Alternberg und das Dach des Domes. Ausgelöst wurde der Brand durch eine Explosion. Das Gelände gehörte nach der der Säkularisation einem Kölner Weinhändler, der es an wei Chemiker verpachtete, die vor allem ihr wirtschaftliches Fortkommen im Blick hatten. In der Nacht vom 6. zum 7.11.1815 kommt es in der Chemifabrik zu einer Explosion.

Und was hat das alles mit uns zu tun?

Nun in der Zeit nach dem Brand treten Schäden an der Domfassade auf. Diese werden vom Inventar beschrieben.

  • Im ersten Jahr berichtet er von einem Spalt im südlichen Querhaus, der einen Meter hoch und daumenbreit ist. Man solle den Schaden beobachten., empfiehlt der Beamte.
  • Im zweiten Jahr berichtet er, der Spalt sei nun zwei Meter hoch und so breit, dass die Hand eines Kindes hinein passe. Er rät, über bauliche Maßnahmen zur Stabilisierung des Gebäudes nachzudenken.
  • Wieder ein Jahr später, ist der Spalt breit wie eine Männerfaust und fünf Meter hoch. Der Inventar hält bauliche Maßnahmen für unbedingt erforderlich.
  • Im vierten Jahr berichtet er, der Spalt sei nun klafterbreit und erstrecke sich über die gesamte Fassade. Wenn nicht schleunigst gehandelt werde, müsse mit dem Einsturz des Gebäudes gerechnet werden.
  • Als er im Jahre 1821 wieder in Altenberg ist, kann er nur noch den Einsturz des südlichen Querhausarmes feststellen.

Nachzulesen war dies bis gestern wahrscheinlich im Kölner Stadtarchiv. Ich schau mal, ob ich noch irgendwo ´ne Abschrift finde.

Fußnote: Dieser Beitrag soll weder die menschliche Tragödie noch die kulturhistorische Katastrophe verunglimpfen. Das Aufzeigen dieser Analogie ist Ausdruck einer kritisch-liebvollen Auseinandersetzung mit meiner Heimatstadt.

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