Bloggen – oder auch nicht

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“Ich weiß noch nicht, ob ich dazu komme, das Blogging […] weiter zu führen, außerdem haben wir dafür strenge Richtlinien, gegen die ich nicht verstoßen möchte.” (Quelle: Heimvorteil . Tagesspiegel)

Unter der Überschrift „Blogforschung und die Hoffnung auf freie Meinungsäußerung“ hat Gabi Reinman  bereits vor längerer Zeit auf drei BA und MA-Arbeiten aufmerksam gemacht, die bloggende Lehrer und „Wissensarbeiter“ unter die Lupe nehmen. Mit vielen der dort festgestellten Motivationen einen Blog zu führen kann ich mich identifizieren: Der Blog ist mir Anlass das eine oder andere noch einmal zu überdenken. Er ist mir ein lieb gewordenes Werkzeug, um mit anderen Bloggern in Kontakt zu bleiben – das zeigt sich nicht nur in meinem Blog selbst, sondern auch in den Kommentaren, die ich hier oder da hinterlasse und (unsichtbar) in den Mails, Telefonaten und Gesprächen, die durch eigene Blogbeiträge oder gelesene Beiträge angeregt werden. Schließlich ist es natürlich auch schön, eine kleine eigene ganz private Seite zu pflegen und sich einbilden zu können, dass die rund 3.000 Besucher meines Blogs 2008 dort etwas wissenswertes, interessantes, unterhaltsames oder einfach nur neues gelesen haben. Immerhin 3.000 im Jahr. Dafür brauchen andere Sites oft mehr als eine Stunde.

Was in den Arbeiten aber nicht vorkommt und was wahrscheinlich auch schwer zu erheben ist, sind die Gründe, warum Leute nicht bloggen. Damit meine ich nicht jene, die einfach keine Lust haben, keinen Sinn darin sehen, keine Zeit dazu haben, sich nicht der passenden Generation zugehörig fühlen oder oder oder, sondern die, wie die zitierte Sportlerin daran gehindert werden. Dies geschieht beileibe nicht nur in China oder im Sport, wie Michael Kerres hier berichtet. Wenn nun im Bildungsbereich, dort wo Menschen sich intensiv mit Medien, dem Internet, dem Web 2.0 und seinen Potentialen für das Lehren und Lernen beschäftigen, solche Verbote ausgesprochen werden. Welche Gründe kann das haben? Und wie könnte man das untersuchen?

Und welche Folge würde das haben? Außer, dass wir in zahllosen Blogs anschließend nur noch über das Wetter, Haustiere, das Fernsehprogramm und die Dekoration der Webseite lesen würden.

Werde das Thema sicherlich hier noch einmal aufgreifen.

Ein Gedanke zu „Bloggen – oder auch nicht

  1. Ist ein bisschen schwer zu untersuchen, denn, wie kommt man an das, was am besten keiner wissen soll? Sowohl die Akquise der Betroffenen dürfte schwer sein als auch die Datenerhebung selbst, denn gerade WEIL ja offensichtlich ein restriktives Klima herrscht (im Falle von Blog-Verboten oder -Einschränkungen) wird man natürlich auch genauso wenig offen darüber sprechen können. Die Zusage der Anonymisierung hilft da in der Regel wenig. Es gibt ja eine Menge Forschung zum Thema Lehr-Lernkultur: An sich würde es da hervorragend reinpassen (es ist ja nun wirklich Ausdruck einer ganz brsonderen Kultur, den Leuten den Mund zu verbieten, noch dazu da, wo es nicht ums Ausplauderen neuer Produktionsverfahren u.ä. geht) – sofern man eine geniale Idee hätte, wie man das wirksam macht – also die Empirie …

    Gabi

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