GelesenSchulwelt

Laptops ja — Lehrer nein

Veröffentlicht

Seit den Sommerferien macht ein Projekt von sich reden, dass sich an vielen Stellen sehr professionell präsentiert: Lemmon in Würselen bei Aachen bringt moderen Technik in die Schulen der Stadt. Die Aachener Zeitung berichtet über den nächsten Schritt im Projekt. Und der Bericht macht mich doch ein wenig stutzig, sowohl was das Projekt angeht, aber auch was die Leichtglaubigkeit des namentlich nicht genannten Journalisten angeht.

Je eine Klasse an Realschule und Gymnasium der Stadt wurden nun mit elternfinanzierten, persönlichen Laptops ausgestattet. Die Kinder freuen sich, nehmen die Geräte in Empfang und wollen sie im Unterricht nutzen. Jedoch so schreibt die AZ:

Die Kinder brannten förmlich darauf, mit den Geräten in den Unterricht starten zu dürfen. Doch bevor der letzte Schritt gemacht werden kann, müssen noch die Lehrer aller elf teilnehmenden städtischen Schulen in die Technik und die Lernplattform IQ:on eingewiesen werden.

D.h. die Lehrer fangen JETZT an, sich mit der Technik im Projekt vertraut zu machen. WANN ist dann die Zeit eingeplant, in der sie sich überlegen, WAS sie mit der dieser Technik tun wollen? Und wieviel ist dann noch von der freudigen Erwartung der Kinder übrig?

In Bildungskontexten ist hört man ja immer wieder gerne „Wir müssen das Ei ja nicht neu erfinden!“ Das erscheint mir immer eher zweifelhaft. Aber ob es wirklich sinnvoll ist, die Fehler anderer zu wiederholen?

Ich möchte nicht falsch verstanden werden, grundsätzlich ist das Engagement der Stadt Würselen sehr zu begrüßen. Aber bitte: First things first.

Kommentar verfassen