Wortschätze

Schaut auf dieses Land

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So schnell wendet sich das Blatt. Mit mal schaut das „alte Europa“ auf Amerika, auf Obama. Die Intellektuellen bekommen feuchte Augen und träumen vom Wandel, „the change“.

Und das ist ja auch faszinierend und begeisternd und voll Neid schaut man hin und wäre gerne dabei. Oder noch besser wäre es, würde auch hier bei uns ein Ruck durch die Nation gehen und eine neue Aufbruchstimmung aufkommen. Doch woher? Wo die Lichtgestalt, die aufruft, die Richtung zu wechseln.

Einige erinnern sich fast wehmütig, an die Zeit, als es hieß „Willy wählen“ und Günter Grass sich aufmachte für seine ESPEDE „Reden reden“. Lange vorbei das. Sicherlich fehlt bei uns die Person,die zum Kristallisationspunkt werden kann. Das sicher. Aber es ist sicher auch nicht die Zeit. Bush hat seine Nation gegen sich aufgebracht. Da hat sich Widerstand aufgebaut. Aber bei uns? Frau Merkel regiert brav und solide, oder? Die Politik interessiert kaum. Die Verwaltung hält uns in Schach und eine politische Diskussion jenseits von Talkshow-Geplapper findet nicht statt.

Der Wechsel, der sich in Amerika in dieser Woche vollzogen hat, hat nicht in der Wahlnacht begonnen, sondern vor Jahren, als Menschen begannen zu sagen: So nicht! Und es immer wieder und immer lauter gesagt haben.

Wenn ich nur auf die Schule schaue, dann sehe ich viele, die sagen: So nicht! Aber sie tun dies nicht in der Öffentlichkeit. In der Öffentlichkeit werden gute wie schlechte Ideen zerreden und meist nicht oder nur halbherzig umgesetzt. So wird das nichts werden, mit dem Wechsel.

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