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Gut gemeint

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Leseförderung ist wichtig. Hilfe anzubieten, Kindern das Lesen interessant zu machen, ist da sicher sinnvoll. Aber jedes positive Werkzeug kann auch negativ verwendet werden. So wurde mir in letzter Zeit mehrfach von Antolin berichtet.

Antolin fragt Wissen über ausgewählt Bücher ab. Positiv ist, dass es mittlerweile recht viele Bücher in dem System gibt. Lobend zu erwähnen ist auch die Vielfalt an Textsorten, da werden auch Comics berücksichtigt, es gibt englische und türkische Bücher, Sachbücher. Alles prima. Die Kinder bekommen Punkte fürs Lesen. Konkurrenz belebt das Geschäft soweit alles gut und durchdacht. Doch nun: Aus mehreren Richtung wurde mir nun berichtet, dass Kinder die Lust am Lesen verlieren, weil sie Punkte sammeln müssen, weil Noten aus der Anzahl korrekt beantworteter Fragen generiert werden, weil über Bücher im Unterricht nicht gesprochen wird, sondern nur die richtige Antwort zählt. Das ist sehr sehr schade.

Das Internet wird dem Lehrer nie den Unterricht abnehmen. Es kann im helfen. Aber er (oder sie) wird nie die Angst haben müssen: Mir wird der Unterricht aus den Händen genommen. Genauso wenig kann er oder sie in aus den Händen geben.

Ich hoffe, meine kleine zufällige private Stichprobe ist nicht repräsentativ.

2 Gedanken zu „Gut gemeint

  1. Wir sprechen seit Jahren davon, Antolin an unserer Schule (Gymnasium) auszuprobieren. Dieses Jahre macht eine 5. Klasse, die das schon aus der Grundschule kennt, damit weiter. Erst mal mit Klassenabo, später sehen wir, ob sich die anderen Klassen auch dafür interessieren sollten. Selber habe ich noch keine Erfahrungen damit. Vermutlich darf Antolin den Unterricht nicht ersetzen, sondern es muss parallel dazu laufen.

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