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Versteckspiel

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Ich habe einen Nachbarn, der ist nett und heißt – so vermute ich – Manfred. Manfred hat auch einen Hund. Der ist sehr schön anzuschauen. Ein großes, vor Kraft strotzendes Tier mit schwarzem, glänzendem Fell. Ich mag es gar nicht, wenn er (der Hund) an mir hoch springt und mir freundschaftlich die Tatze auf die Schulter legt und mir seinen übel riechenden Atem ins Gesicht bläst. Aber das weiß der Manfred und darum geht es auch nicht.

Mein Nachbar hat meinen Block in seine RSS-Reader und kommentiert auch fleißig (mündlich, humorvoll und meist beim Bier). Schon vor langer Zeit fragte er mich nach einer Person, die ich erwähnte und auch in meiner Nachbarschaft ansiedelte. Ich musste zu geben, die Frau wohnt mehrere hundert Kilometer weit entfernt und nicht in der Nachbarschaft. Aber so soll sie unerkannt bleiben.

Mit diesem Wissen um meine gelegentlichen Versteckspiele hat er dann wohl auch meinen Artikel zur Konferenz im Mai gelesen. Gestern nun sein Kommentar, ob ich da das Gespräch zweier Nachbarn auf einer Party vor einigen Wochen drin versteckt hatte. Ich muss zugeben: Ich hatte Mühe mich an Gespräch zu erinnern, in der Tat deshalb, weil es um also irgendwie Maschinenbau und Bilanzen oder internationalen Handel oder so ging.

Tja,im Mai schrieb ich tatsächlich über die Konferenz und nicht über meine Nachbar. Die Beobachtung ist richtig: Es hätte auch ein Versteckspiel sein können. Das ist mir aber erst gestern im Gespräch aufgefallen. Und viel wichtiger war mir ja auch das Grübeln,das bei mir einsetze.

Ob mein Nachbar auf den Namen Manfred hört, bezweifele ich. Seinen Hund aber mag ich wirklich.

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