Advent

3. Türchen

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Doch das Jahr hatte neu begonnen. Wir hatten Karneval gefeiert und die Weihnachtsfeiern vergessen. Der Frühling war gekommen und die wärmende Sonne hatte uns milde gestimmt. Im Sommer waren die letzten Reste der Erinnerung in der Sonnenglut des Südens verbrannt. Und nun saßen die Kinder schon mit dem dritten Säckchen vom Kalender am Frühstückstisch und nestelten die Bänder auf. Die allgemeine Hektik am Montagmorgen. Doch dann gellte Paulas Schrei auf. Paul hatte nicht, wie in den Jahren zuvor, alle seine Säckchen geöffnet und aufgegessen. Nein, er war raffinierter geworden. Er hatte alle Säckchen von Paula geleert und um den Raub wenigsten kurzfristig zu vertuschen, kleine Kieselsteine an die Stellen der Süßigkeiten gelegt.

Und nun? Pauls Kalender an Paula geben? Und riskieren, dass auch der in zwei Tagen leer ist? Pauls Kalender unter beiden aufteilen? Oder Paulas Kalender wieder auffüllen? Gar nicht so einfach. Petra und ich verschoben auf dem Weg zur Arbeit die Entscheidung auf den Abend. Bei einem Glas Rotwein entschieden wir uns für: Auffüllen. Gucken wir mal, wie das weiter geht. Petra schenkt Wein nach und es ruhig. Kann ja eigentlich nur die Ruhe vor dem Sturm sein.

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