1. Türchen

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Nein, heilsam war er nicht der Schreck, der mich durchfuhr, als Anfang September – ich hatte noch den Sand des Sommers zwischen den Zehen und den Geruch der Sonne in der Nase -, die ersten Weihnachtsplätzchen und der erste Christbaumschmuck in den Auslagen der Geschäfte auftauchte. Ich reagierte auch noch nicht, als Mitte November auf dem Rathausplatz die Bretterbuden für den Weihnachtsmarkt aufgestellt wurden und eine noch unbelebte Geisterstadt bildeten.

Ich ließ die Tage weiter unachtsam verstreichen und plauderte auch gestern Abend noch fröhlich mit Petra beim Füllen der 48 Säckchen mit Süßigkeiten für die Adventskalender der beiden Kleinen. Erst als wir die beiden Bilder, die wir einst einem Straßenhändler in Palma abgekauft hatten, von der Wand nahmen und die Adventkalender aufhängten, war uns beiden klar, dass der Countdown begonnen hatte, der nun gnadenlos ablaufen würde und der traditionsgemäß am 1. Weihnachtstag mit drei toten gebratenen Hasen auf dem festlich gedeckten Tisch bei Onkel Robert und Tante Gerda enden würde.

Wir sahen die Adventskalender eine Weile an und sagten nichts. Wahrscheinlich trug auch Petra sich mit Fluchtgedanken.

Ein Gedanke zu „1. Türchen

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