SchulweltVor Ort

Chatten ist im Unterricht tabu

Veröffentlicht

Anfang der Woche war ich im Erftgymnasium in Bergheim. Die Schule präsentierte ihr Notebook-Projekt erstmals der Öffentlichkeit. Der Erfolg des Projektes ist eine Sache, die Berichterstattung eine andere.

Den Projektleiter Peter Kessel habe ich auf der Notebook-Tagung im letzten Jahr kennen gelernt. Wir hatten Veranstaltung am ESG in Gütersloh aussgerichtet, um Schule, die über die Einrichtung von Notebook-Klassen nachdenken, Hilfestellung zu leisten. Die Rückfahrt von Gütersloh habe ich über weite Strecke zusammen mit Peter Kessel verrbracht. Er war voller Begeisterung und Ideen und voll Tatendrang nun auch eine Klasse an seiner Schule mit Notebooks auszustatten. Im Januar diesen Jahres war es dann soweit: Die 7c erhielt zum Haalbjahreswechsel ihre Notebooks.

Das Projekt läuft und es läuuft gut, soweit ich das erkennen kann. Die Schulleitung steht dahinter, der Schulträger unterstützt ideel aber vor allem auch praktisch. Die Eltern sind eingebunden und die Lehrer, die ich in der Klasse traf, waren engagiert und wagten sich mutig und besonnen in das Experiment. Doch davon will ich jetzt gar nicht schreiben. Oder erst dann, wenn ich noch einmal da war.

Über die Präsentation hat auch die Presse berichtet. Der Artikel des KStA, so wohlwollend er auch ist, zeigt viel Unverständnis gegenüber dem Unterricht in den Notebook-Klassen. Er stellt klar: Chatten ist verboten, die Lehrer kontrollieren das Aufrufen“verbotener“ Seiten im Internet, sie finden heraus, wenn Textpassagen nur kopiert werden und unterbinden, dass Videos angeschaut werden.

Doch wenn interessiert das?!

Die Schüler selbst bestätigen im Gespräch: Sie spielen weniger mit dem Computer als andere, chatten mit Freunden auch, um sich gegenseitig bei Schularbeiten zu helfen, erkennen, dass sie deutlich mehr „selbst“ (sic!) schreiben als vorher und nutzen Videos, um sich fachliche Inhalte anzueigenen.

Der Artikel des KStA geht davon aus, dass Schülerinnen und Schüler das Internet zunächst und primär nutzen, um Verbotenes zu tun und sich selbst in Gefahr zu bringen. Dass die Schüler der jetzigen 8c aber schnell gelernt haben, welche Chancen ihnen die Notebooks bringen und dass sie sie daher sehr zielgerichtet einsetzen, dieser Verdacht kommt dem Schreiber erst nicht.

Schade!

Kommentar verfassen