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Aus George Lucas wird Bill Gates

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Eine Sache, die mich in den vergangenen Wochen fast dazu gebracht hätte mein Schweigegelübte zu brechen, war ein Artikel in Spiegel Online. Darin ging es darum, dass einge wenige Schulen in den USA ihre Notebook-Klassen wieder abschaffen.

Unsäglich war die Verfremdung eines Zitates

Der Spiegel-Online-Artikel baute auf einem Artikel in der NY TIMES auf. Dort wurde auch ein Prof zitiert, der der Meinung war, dass Notebooks auch etwas Kreativität förderndes haben. Er meinte, wenn man auch in Zukunft Leute wie Steve Jobs oder Goerge Lucas haben wolle, dann wäre der systematische Umgang mit digitalen Medien sicherlich angebracht. Im Spiegel Online wurde aus George Lucas plötzlich Bill Gates. Hatte der Schreiber Sorge, Steve Jobs wäre in Deutschland als IT-Größe nicht bekannt genug? Oder wollte er verschleiern, dass der Zitierte nicht der Meinung war, dass die Nutzung von IT nur Tekkis hervorbrächte? Egal!

Der Artikel hat zu einer Reihe von Reaktion geführt. Wir haben zwei Artikel (auf Schulen-ans-Netz.de und Lehrer-Online.de) dazu veröffentlicht. Dazu haben wir eine Reihe von Lehrern und Wissenschaftlerinnen nach kurzen Statements gefragt. Mich hat es sehr gefreut, wie schnell und unkompliert die Antworten kamen und der Artikel veröffentlicht werden konnte.

Frau Reinmann hat einen ausführlicheren Artikel dann auch in ihrem Blog veröffentlicht, an den sich dann auch eine Diskussion anschl0ß. Allerdings wurde auch der Spiegel (bzw. NY Times) Artikel von anderen Zeitungen aufgenommen. Eine Zusammenführung der beiden Seiten hat in der Presse – soweit ich das im Blick habe – aber leider nicht stattgefunden. Die Aufgabe hat noch am ehesten der WDR übernommen, der Frau Reinmann zum Thema interviewt hat.

Lesenswert fand ich auch einen Artikel bei reticon, die mir ja mal zu diesem Thema sauer aufgestossen waren. Jetzt wurde aber deutlich, dass sie nicht gegen digitale Medien sind  und engagierte Lehrer schlecht machen, sondern durchaus differenziert die richtigen Fragen stellen können.

Sehr gefreut hat mich dann heute – und das ist dann auch der Anlass für diesen Beitrag – eine Mail einer Lehrerin, die gerade ein Notebook-Projekt aufbaut und die berichtet, wie eben doch zunächst Lehrer fortgebildet werden, wie sich der Unterricht verändert und wie auf einmal durch die gemeinsame Planung und die Entlastung durch die Technik auf neue Freiräume für individuelle Förderung entstehen. Sie hofft weiter auf Unterstützung und ist von ihrer Sache überzeugt. Ich hoffe, sie sagt das auch noch in der Öffentlichkeit.

Ich sag es ja: Es gibt sie doch!

4 Gedanken zu „Aus George Lucas wird Bill Gates

  1. Hallo Richard.

    Ich bekomme den GLEF Newsletter schon eine ganze Weile (genauer gesagt sind die Aktivitäten mehr oder weniger sporadisch seit 98 in meinem Blickfeld).
    Praxisorientiert. Fachlich fundiert. Meines Erachtens Weltweit eine der Ersten foundation activities aus dem Kontext Schule – Neue Medien. In Ruhe schauen lohnt auf jeden Fall. 9 – 98 gab es sogar eine kostenlose Printzeitung, die man nach Hause geschickt bekam – selbst nach Deutschland. Irgendwann sind wahrscheinlich die Kosten explodiert. Was sicherlich vorhanden ist, doch natürlich mir zu wenig: der päd Forschungskontext, Neue Medien und Schule:-) .

    Gruß aus Koblenz
    Andreas

  2. Nur ganz klein eine kurze Anmerkung: Wer immer noch meint, George Lukas hätte sich nur mithilfe von Filmen, wie Star-Wars und Indiana Jones in der Humanitas dienlich gemacht, der scheint ihn zu verkennen. Ein Blick und Suche nach G L E F – lehrt die neuen Seiten. Aber wem sage ich das. Seufz, leider hat sich in hierzuland das Foundation System nicht in aller positiver Auswirkung durchgesetzt.

    Von daher: Frohes Schweigebrechen und bis denne
    Andreas Auwärter

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