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Der Geist des Gesetzes

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So ein Mist, da will ich einmal den guten alten Brecht zitieren und dann fällt mir nicht mehr ein, wo er das gesagt… und jetzt die ganzen 20 Bände durchgehen… ich glaube es war im Galilei (Sollte es einer besser wissen: Ich wäre für den Hinweis dankbar!):

    „Zunächst muss der Geist des Gesetzes  befolgt werden, danach sein Buchstabe!“

Warum ich das hier erwähne? Wegen der Abmahnung, die Jan Schmidt erhalten hat. Und wegen eines wunderschönen Satzes, der in seiner Aufarbeitung der Sache steht.

In seinem Blog schreibt er:

„Aber ich kann in meinem eigenen Blog kontrollieren, was hier veröffentlicht wird, und ich kann, sobald ich von Kommentaren Kenntnis bekomme, diese auch wieder löschen. Bitte respektiert das. Danke! 🙂 “

Was daran so schön ist, ist die Einstellung die deutlich wird: Er behält sich das Recht vor, Kommentare aus seinem Blog zu löschen, wenn sie ihm Schaden. Im vorliegenden Fall könnte es fast so sein, dass er den Kommentar sogar löschen MUSS, wenn er den Sachverhalt nicht noch verschlimmern will. (Rechtsanwälte mögen mich korrigieren!) Aber um diese rechtliche PFLICHT geht es ihm zunächst nicht, sondern er geht von seinem RECHT aus, seinem eigenen Urteil zu vertrauen.

Es ist wahrscheinlich gut, das Gesetze regeln, was im Web sein darf und was nicht. Erfreulich ist aber, wenn Blogger erst einmal von ihrem Urteilsvermögen ausgehen, wenn sie sich äußern oder etwas löschen. Das ist die unverkrampfte Herangehensweise, die das Web 2.0 wachsen lässt, die -leider- aber auch Abmahnungen, wie die vorliegenden, entstehen lassen. Ich hoffe sehr, dass die Sache für allen Seiten gut ausgeht und das Herr Schmidt sich nachher nicht eine Schere in den Kopf legt. Das wäre Schade!

Ein Gedanke zu „Der Geist des Gesetzes

  1. Das ist eine ganz interessante Perspektive auf die Abmahnung – die meisten Beiträge gingen bisher ja vor allem auf die Abmahnung selbst ein.. ich denke nicht, dass ich in der kommenden Zeit mich selbst irgendwie zurücknehmen werde, aber Kommentare werde ich weiterhin moderieren, wenn es nötig sein sollte (bislang zum Glück die absolute Ausnahme, sieht man von Spam ab..).

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