Leben

Bonjour tristesse

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Was ist da nun in den letzten fün Tagen passiert? Vielleicht lässt es sich mit der Beschreibung einer einfachen Verkaufstheke einer regional tätigen Backwarenkette in einem nahegelegenen Supermarkt, an der ich regelmäßig mein Brot, meine Brötchen und auf dem Weg zur Arbeit auch schonmal ein belegtes Sandwich kaufe erklären.

Seit Donnerstag morgen waren die drei Bäckereifachverkäuferinnen nicht mehr zu erkennen. Sie sahen aus wie ein trauriger Clown, ein übergewichtiges Häschen und ein verwegener Pirat. Kaum zu sehen waren sie hinter einem Vorhang aus Luftschlangen und Girlanden, verschanzt hatten sie sich hinter Bergen von Berlinern (also Berliner Pfannkuchen), Eierkrapfen und Mutzen. Und sobald man sich ihnen näherte schmetterten sie einem entgegen:

„Schau mir in die Augen…. ganz ganz tief hinein!“ oder

„Isch bin enne Roiber leve Pitter…“

Schunkelmusik und ausgelassenen Fröhlichkeit brachte die kleinen Verkaufstheke und auch ihre Kundschaft immer wieder zum toben.

Und heute morgen? Am Aschermittwoch? Da kehrten wir alle wieder zu unserem Standarddialog zurück, den ich kurz wiedergeben möchte:

Verkäuferin: Nächster!
Kunde: Guten Morge! Ich hätte gerne ein Käsebrötchen, aber ohne Ei!
V: Sonnsnoch? (Aufgabe: Trennen Sie das an der richtigen Stelle, streichen Sie überflüssige Buchstaben und ergänzen sie fehlende.)
K: Nein danke! Das wär’s!
V: Einsvierzisch!
K: Bitte sehr!
V: Nächster!
K: Ja dann! Auf Wiedersehen!

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