Schulwelt

Hören Sie zu, Frau Sommer!

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Der WDR hat eine ganze Woche zum Thema Schule gemacht. Selten war ich dem Sender so dankbar, dass er viele Sendungen als Podcast anbietet. Denn die zweimal 30 Minuten täglich im Auto reichten bei weitem nicht, um alle Sendungen zu hören. In dieser Woche ist auch ein Schulportal an den Start gegangen. Unter schule.wdr.de bündelt der Sender nun online seine Schulinfos.

Zum Abschluss war heute die nordrhein-westfälische Schulministerin, Barbara Sommer im Westblick zu Gast. Im Gespräch sollte sie das nun ein Jahr alte Schulgesetz bewerten und das war zum Teil schon komisch. Sie gab im grundsätzlich die Note „2-„. Anschließend wurde Sie mit einigen Kritikpunkten von Lehrerinnen und Lehrern konfrontiert.

Eine Lehrerin einer zweiten Klasse kritisiert, dass sie zwar zur individuellen Förderung angehalten ist, was sie auch gerne tut, aber dennoch am Ende der zweiten Klasse Noten verteilen muss, die manchen individuellen Fortschritt nicht abbilden können.

Frau Sommer: Die Eltern fordern Noten, um abschätzen zu können, wo ihre Kinder stehen.

Ein Vater kritisiert, dass nun die Grundschullehrer bestimmen, auf welche weiterführende Schule ein Kind gehen dar. Die Entscheidungsfreiheit ist den Eltern abgenommen.
Frau Sommer: Man muss nicht jedesmal tun, was die Eltern wollen.

Ein Schulleiter rechnet vor, dass ein Kind an einer weiterführenden Schule mit Unterricht, Hausaufgaben und Förderstunden leicht auf eine 45 Stundenwoche kommt. Man stelle sich vor, es gäb eine Schülergewerkschaft.

Frau Sommer: Nun, wenn die Vormittagsstunden der Halbtagsschule nicht ausreichen, dann müssen wir eben die Ganztagsschule weiterausbauen. ?!?

So ging das noch eine Weile weiter.

Nunja, manches im Gesetz ist nicht falsch, manches nicht ganz durchdacht. Wohltuend aber ist es, immer wieder Lehrerinnen und Lehrer  zu erleben, die versuchen, es mit Distanz und Erfahrung und einem fürsorglichen Blick auf unsere Kinder zu interpretieren und umzusetzen.

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