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Cuvee Vaux brut

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Zu Silvester gab es weder ein “billiges Kohlensäuregetränkt deutscher Großkeltereien” noch teuren Champagner. Wir tranken den “Basissekt von Schloss Vaux: Das ist eine harmonische fruchtige Cuvee aus weis weiß gekeltertem Spätburgunder, Weißburgunder und etwas Riesling, der für die frische Säure sorgt.”Das Ganze war in der Tat recht lecker. Soweit ich mich erinnere. Den vorher gab es bereits einen Cremant aus dem Elsaß zur Begrüßung, einen Riesling aus Deidesheim zur Vorspeise, einen Roten aus Venetien und Grappa zum Espresso. Zwischen Essen und Mitternacht dann Roten oder Weißen nach belieben. Es mag also sein, dass unsere gustatorische Wahrnehmung nicht mehr ganz auf der Höhe war. Hinzu kommt, das der Abend mit dem Sekt nicht endete und die Erinnerung getrübt ist. Wie dem auch sei: Wir standen im Regen auf der Dachterasse, hatten die Köpfe eingezogen, waren stolz keine Raketen gekauft zu haben und sahen und das Feuerwerk über der Stadt an, während wir tranken. Und alles war sehr nett. Doch ich würde sagen der Sekt hat geschmeckt.

M. hatte ihn mitgebracht. Verführt wurde er dazu von H. Gote, der darüber im Stadtanzeiger schrieb. Von ihm wissen wir, dass das Getränke einen sehr feinen Schmelz hat, der ” durch das lange Hefelager von 19 Monaten auf der Flasche [entsteht] und weil die Flaschen dieser Cuvee erst im November degorgiert wurden.” Herr Gote informiert uns auch darüber, dass die Hefenote “sehr schön zu dem perlenden Mousseux passt.” Zugegeben, darauf habe ich in der Nacht nicht mehr so geachtet. Auch seiner Empfehlung “etwas Orangensaft oder Cassislikör für einen Kir” haben wir nicht umgesetzt.

Soweit ist das ja alles ok. Ein Journalist, den ich nicht kenne, schreibt einen etwas geschraubten Artikel in einem Provinzblättchen, das von sich behauptet, die Tageszeitung einer deutschen Millionenstadt zu sein. Ein Freund liest und lässt seine Kaufentscheidung davon beeinflussen, wie wohl auch viele andere, denn er wird erst im dritten Laden fündig. Wir trinken und sind zufrieden. Fertig! Doch dann der letzte Satz: “Der Edeka-Frischmarkt Z. an der Dürener Straße hat ihn für 9,65 EUR, alle anderen Bezugsquellen in Köln erfahren Sie…” Das muss dann doch wirklich nicht sein. Fehlt nur noch das Foto: Der Herausgeber der Zeitung beim Genuß eines Glases, mit den Schnurrbartspitzen in der Cuvee.

Frohes Neues auch!

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