Schulwelt

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Da fährt ein Journalist an eine Hauptschule und ist nach zwei Wochen erstaunt, dass er die meisten seiner Klischees nicht bestätigt findet. Er trifft auf engagierte Lehrer, auf eine Schulleitung, die sich für ihre Schule einsetzt, auf Schüler die lernen wollen und können. Die sozialen Probleme stehen nicht so im Vordergrund, wie er es erwartet hat und auch die Migranten fallen nicht so sehr auf.Wahrscheinlich ist er an einer relativ normalen Hauptschule gelandet. Nicht besser und nicht schlechter als viele andere auch. Aber das will er nicht glauben. Vielmehr sucht er nach Erklärungen, warum diese so gut laufende Schule eben nicht typisch ist, wieso er doch wahrscheinlich an einer Vorzeigeschule, an einem Leuchtturm, an einem potemkinschen Dorf gelandet ist.

Schade eigentlich, denn so, wie er die Lehrer, die Schüler, die Schule beschreibt, so lerne ich sie auch immer wieder kennen. Vor allem begegnen mir immer wieder Lehrerinnen und Lehrer, die sich am schlechten Bild in der Öffentlichkeit nicht stören, sondern die einfach auf ihre Schüler schauen und schauen, wie sie ihnen helfen können zu lernen, die einfach ihren Jobs gut machen. Sie wissen dabei auch, dass vieles besser laufen könnte. Sie wissen aber auch, das Gejammere nichts viel hilft.

Immerhin: Nach zwei Wochen zollt er den Lehrern Respekt. Das wenigste.

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